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Balanced E-Government: Die Bertelsmann-Studie

Autor :  Jochen Groß
E-mail: redaktion@e-politik.de
Artikel vom: 01.05.2002

Die Bertelsmann Stiftung hat in Zusammenarbeit mit der Unternehmensberatung Booz, Allen& Hamilton eine Benchmarking-Studie über existente E-Government-Lösungen angefertigt. Jochen Groß berichtet.


Wie sieht gutes E-Government aus? Diese Frage war der Knackpunkt bei der von der Bertelsmann Stiftung und der Unternehmensberatung Booz, Allen&Hamilton durchgeführten Studie.
Handlungsleitende Maxime war bei der Suche nach einem idealtypischen Internetmodell für gutes Regieren, die Überzeugung, dass E-Democracy- und E-Administration-Elemente Hand in Hand miteinander gehen müssen. Praktisch heißt dies, dass sich die Konzepte nicht auf Dienstleistungen wie beispielsweise die Ummeldung des Wohnsitzes oder die Verlängerung des Personalausweises beschränken dürfen. Sondern zusätzlich partizipative Elemente integrieren müssen. Gefordert wird demnach eine gesunde Mischung aus reichhaltigen Dienstleistungsangeboten und Möglichkeiten der Einflussnahme an Entscheidungsprozessen.

Balanced E-Government - ein überzeugendes Modell?

Auf Grundlage dieser Maxime wurde ein mehrdimensionales Benchmarking aufgebaut, in der Fachsprache spricht man von einem Balanced Scoreboard. Insgesamt wurden so 47 Einzelkategorien zu einem Indikator für die Gesamtperformanz des untersuchten Angebots zusammenfasst, um Vergleiche zu ermöglichen.
Die begutachteten Kriterien umfassen fünf Dimensionen, die sowohl Aspekte der E-Administration als auch von E-Democracy abfragen:
Nutzen der Dienstleistung, Effizienz des Angebots, Partizipation, Transparenz und die Leistung des Gesamtkonzepts. Unproblematisch ist so ein idealtypisches Modell wie der "Balanced E-Government-Index" (BEGIX) nie, doch angesichts der voraussetzngsvollen Grundthese ist hier bei der Bewertung der Ergebnisse doppelte Aufmerksamkeit geboten.

Der BEGIX verspricht einen Qualitätsvergleich zwischen den verschiedensten E-Angeboten zu ermöglichen, gleich ob es sich um kommunale, regionale oder nationale Angebote handelt. Die nackten Zahlen liefern diesen sicher auch, doch man muss immer beachten, welchen Anspruch die untersuchten Konzepte selbst verfolgen. Geklärt ist mit diesem Index nämlich nicht, ob ein Angebot beispielsweise gar nicht die Absicht hat, Partizipationsmöglichkeiten bereitzustellen.
Ebenso wenig geklärt ist die Frage, was die BürgerInnen von den E-Angeboten erwarten - und dies müsste eigentlicher Maßstab für die Beurteilung existenter oder zu schaffender Angebote sein. Diese Erwartungen dürften jedoch länderspezifisch durchaus unterschiedlich sein, abhängig von der jeweiligen politischen Kultur, aber auch von der Einstellung zum Internet und natürlich von der Verfügbarkeit des Netzes. Einem aussagekräftigeren BEGIX als dem Vorliegenden müssten so Umfragen zu den Wünschen der BürgerInnen vorausgehen, auf deren Grundlage dann die unterschiedlichen Kategorien des Indizes gewichtet werden könnten.

Internet-Entwicklungsland Deutschland?

Vor diesem Hintergrund erscheinen die Ergebnisse der durchgeführten Studie nicht mehr ganz so gewichtig wie zuerst vermutet. Besieht man die Ergebnisse aber im Einzelnen genauer, so ist trotz methodischer Bedenken der Trend der Mittelmäßigkeit des getesteten deutschen Angebots aus Hamburg nicht anzuzweifeln.
So liegt das Stadtportal in sämtlichen Dimensionen im letzten Drittel, in der Gesamtwertung gar auf dem letzten Platz. Relativierend muss jedoch gesagt werden, dass die Forscher bei sämtlichen untersuchten Portalen Handlungsbedarf sehen. "Testsieger" UK-Online, das Internet-Angebot der britischen Regierung, erreicht nur gut 60 von maximal 100 Punkten. Hamburg kommt auf 40 Punkte.
Wir haben es also keinesfalls mit völlig ungleichen Wettbewerbern zu tun, sondern man spielt weltweit noch in derselben Liga. Trotzdem ist der insgesamt dringend ausgemachte Handlungsbedarf in allen Ländern unverkennbar. Denn unabhängig von der Intention des E-Programmes, gerade in der Dimension "Nutzen" kann keines der untersuchten Angeote wirklich überzeugen.

Modell für die Zukunft?

Aufgrund der erwähnten Methodik-Probleme lassen sich aus der bisher vorgelegten Studie allenfalls Trendaussagen ziehen. Diese zeigen jedoch klar und deutlich den Handlungsbedarf, besonders bezüglich der deutschen E-Government-Lösungen auf.
Wichtiger erscheint jedoch die mit der Entwicklung des BEGIX geleistete Grundlagenarbeit zur zukünftigen vergleichenden Bewertung von Internetportalen. Die vielschichtige Anlage des Balanced Scoreboard ermöglicht eine flexible Handhabe und auch die Integration neuer empirischer Erkenntnisse. Die Bertelsmann Stiftung hat hier den Grundstein für die vergleichende Analyse von E-Democracy und E-Administration-Angebote gelegt und in Zukunft wird sich keine Kommune, kein Bundesland und auch der Bund nicht um den Bürger ansprechende E-Lösungen drücken können.
Und das ist ein sehr positives Ergebnis, wenngleich damit noch nicht eine neue politische Partizipationskultur geschaffen ist. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

Das Copyright des Bildes liegt bei der Bertelsmann Stiftung, Gütersloh.


   

Weiterführende Links:
   Die Studie als Download
   Homepage Balanced E-Government



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