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Buch-Cover

Peter Filzmaier / Fritz Plasser: Wahlkampf um das Weiße Haus. Presidential Elections in den USA

Autor :  Michael Kolkmann
E-mail: redaktion@e-politik.de
Artikel vom: 10.04.2002

Zwei österreichische Politologen haben ein Standardwerk zu amerikanischen Präsidentschaftswahlen veröffentlicht. Michael Kolkmann hat es gelesen.


Die letzte US-Präsidentschaftswahl scheint bereits eine kleine Ewigkeit zurückzuliegen; dabei sind gerade einmal 15 Monate vergangen, seit sich George W. Bush knapp gegen Al Gore durchsetzen konnte. Zu viel ist in der Zwischenzeit passiert: die Terroranschläge vom 11. September 2001, der Krieg in Afghanistan, eine wirtschaftliche Rezession, neue Kontroversen um die Haushaltspolitik, und vieles mehr. Zwei österreichische Politikprofessoren, Peter Filzmaier von der Universität Innsbruck und Fritz Plasser von den Universitäten Innsbruck und Wien, haben jetzt eine umfassende Studie zu den amerikanischen Präsidentschaftswahlen vorgelegt, und dabei besonderes Gewicht auf die umstrittene Wahl 2000 gelegt.

Ein Thema mit vielen Aspekten

Kenntnisreich werden alle Aspekte rund um die US-Präsidentschaftswahl skizziert: die Geschichte und unterschiedliche Modelle der Vorwahlen (Primaries), die Nominierungsparteitage, die Auswahl des Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten, die (Nicht-)Bedeutung der nationalen Parteiapparate sowie die Rolle der Medien. Das Buch bietet überdies die erste umfassende Analyse der Präsidentschaftswahl 2000 in deutscher Sprache:
Die unterschiedlichen Wahlkampfstrategien Bushs und Gores werden vorgestellt, die Kandidaturen Bill Bradleys und John McCains erläutert, ausführlich wird auch die rechtliche Auseinandersetzung zwischen dem Bush-Team und der Gore-Mannschaft nach dem Wahltag analysiert, bis schließlich der Supreme Court in Washington die Wahl für Bush entschied.
Das Wahlergebnis selbst wird in allen Details untersucht, mit dem Ergebnis, dass Al Gore in vielen Wählergruppen ähnlich gute Werte erzielen konnte wie Bill Clinton vier Jahre zuvor. Nur mit dem entscheidenden Unterschied, dass Clinton 1996 die Wahl mit einer deutlich größeren Zahl an Wahlmännerstimmen gewinnen konnte.

Nicht zu unterschätzen: der Kongress

In anderen Publikationen oftmals sträflich vernachlässigt, beschäftigen sich Filzmaier und Plasser ausführlich mit den Kongresswahlen, hier insbesondere die der Wahl 2000. Einzelne Wahlkämpfe werden vorgestellt sowie die Bedeutung des US-Parlaments für die (innen-)politische Situation in den Vereinigten Staaten betont.
Hier wird vor allem auch auf die Rolle des Geldes in Wahlkämpfen eingegangen: ein durchschnittlicher Wahlkampf für das Repräsentantenhaus kostet 600.000 US Dollar, der für den Senat sogar zwischen vier und fünf Millionen. Insgesamt haben der Präsidentschafts- und der Kongresswahlkampf im Jahr 2000 zusammen drei Milliarden US-Dollar gekostet. Besonderen Stellenwert räumen die Autoren auch dem so genannten Web Campaigning ein, das heisst dem Wahlkampf via Internet und E-Mail: Das politische System wird von Filzmaier und Plasser als "medienzentrierte Hyperdemocracy" charakterisiert.

Kleine Schönheitsfehler

Negativ fällt bei der Lektüre die übermäßige Verwendung von Anglizismen auf. Zwar macht es Sinn, in einem Buch über amerikanische Politik englischsprachige Fachbegriffe zu verwenden; Begriffe wie "door-to-door-canvassing operations", "focus group tested micro message" und "remote control" kann man jedoch getrost übersetzen. An einigen Rechtschreib- bzw. Druckfehlern erkennt man, dass die aktuelleren Teile des Buches mit heißer Nadel gestrickt wurden;
so erhielten beispielsweise Bush und Gore für die Wahl 2000 gewiß höhere staatliche Wahlkampfgelder als lediglich 65 US-Dollar, multinationale Konzerne sind im Englischen ganz sicher keine "transnational concerns" und der Supreme Court ist auch eher mit Bundesgericht und nicht als "Höchstgericht" zu übersetzen. Man muss zudem nicht jede Umfrage, nicht jede Statistik zitieren, um eine Aussage zu unterstreichen, für den Leser ist dies auf Dauer ermüdend. Eine stärkere inhaltliche Straffung des Buches hätte so manche Wiederholung vermieden.

Empfehlenswert, nicht nur für Politologen

Unabhängig von diesen kleinen Einschränkungen handelt es sich bei "Wahlkampf um das Weiße Haus" jedoch um ein sehr lesenswertes und faktenreiches Buch, das für die Analyse amerikanischer Präsidentschaftswahlkämpfe sehr hilfreich sein kann. Zahlreiche Tabellen und Abbildungen, ein umfangreicher Anmerkungsapparat sowie eine Auswahlbibliographie runden das Buch ab und bieten weitere Recherchemöglichkeiten für den Leser.

Peter Filzmaier / Fritz Plasser: "Wahlkampf um das Weiße Haus. Presidential Elections in den USA"
Leske + Budrich Verlag, 2001, 272 Seiten,
24,50 Euro
ISBN 3-8100-3213-1


   

Weiterführende Links:
   Hintergründe zu Wahlen in den USA
   Die Homepage des Weißen Hauses



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