e-politik.de - Artikel
( Artikel-Nr: 1883 )
Das Politische Buch - Tipp der Woche
Peter Köhler/ Jürgen Roth: Edmund G. Stoiber. Weltstaatsmann und Freund des Volkes
Autor : Sead Husic
E-mail: redaktion@e-politik.de
Peter Köhler und Jürgen Roth haben sich auf humoristische Weise Edmund Stoiber
genähert. Sead Husic hat ihr Buch gelesen.
Die Autoren schreiben über den Kanzlerkandidaten der CDU/CSU Edmund Stoiber
und wollen dabei witzig sein. Ein schwieriges Unterfangen, bei dem man leicht
scheitern kann. Peter Köhler und Jürgen Roth sind daran gescheitert, dies
gleich vorweg.
Sie versuchen sich an der Biographie des „Weltstaatsmannes und
Freund des Volkes“ entlangzukomikern und kalauern – oder versuchen mit aller
Macht Parallelen zu ziehen zum „Führer“ - haha! Das, so glauben die beiden
Autoren, funktioniere praktisch immer. Man nehme einen Politiker und spiele
auf Adolf Hitler an, ganz gleich wie geschmacklos und unpassend dies ist. Schon
hauen sich die Leser von den Satiremagazinen Titanic und Eulenspiegel auf die
Schenkel.
Schenkelklopfer?
Bereits auf dem Titelbild des Buches soll die Pose Stoibers, stehend, der rechte
Arm abgewinkelt, die Hand offen, sodass gleich die Handkante
niedersausen könnte, vor einem Tisch auf dem Zeitungen und eine Landkarte
liegen, an Hitler erinnern. Ha! Schenkelklopfer.
Dann geht es los. Stoiber wird geboren und nun also folgen die Witzeleien.
„Schon die christlich-römische Taufe von Pfarrer Pfampflmoser erwies sich als
Omen und Orakel, ja Arkanum. Beim Segensspruch nämlich plumpste der
CSU-Täufling (CSU-Täufling! Wahnsinn, hier bitte lachen) Stoiber bumsgrad ins
Taufbecken, nahm platschend ein Bad im Taufwasser und tauchte schier unter."
So geht es im Stakkato weiter. Edi in Kindheit und Jugend. Edi in den Fängen
der Abstammungslehre. Edi der Freund der Frauen. Ein Kapitel heißt sogar:
Vorbild Hitler? (Echt provokant, liebe Autoren).
Mangelnde Fähigkeiten
Peter Köhler und Jürgen Roth beherrschen die Kunst der Ironie nicht, und ihr
Atem reicht für die Länge eines Buchtextes nicht aus. Schon der Text auf der
Rückseite des Einbandes wirkt wie der Schlag mit einem Vorschlaghammer auf
die Kniescheiben eines Amüsementverweigerers. Lach, oder ich hau Dir auf den
Kopf. Auf der Rückseite steht: „Edmund G. Stoiber – das ist die Hoffnung der
deutschen Politik. Wo immer er wirkt und künftighin wirken mag – er ist ein
Segen. Er hat das Allgäu und das Internet erfunden, die deutsche Teilung im
Alleingang vollendet und mehrere hundert kleine Kinder vor dem Ertrinken
gerettet. Er melkt allmorgendlich sämtliche bayerischen Kühe und hält den
Weltrekord über ca. 100 Meter. Die verdiente Würdigung des gewaltigsten
Staatslenkers seit Julius Cäsar – das eindrucksvollste Bild eines der letzten
Könige des Herzens auf dieser Welt.“
Und wieder soll wohl hier losgeprustet werden.
Peter Köhler/Jürgen Roth: "Edmund G. Stoiber. Weltstaatsmannu und Freund des Volkes."
Eichborns Schräge Bücher, Frankfurt am Main 2002,169 Seiten
12,95 EURO
ISBN: 3821835842.
Copyright des Bildes liegt beim Internetangebot des Eichbornverlages
© 2003 - e-politik.de - Der Artikel ist
ausschließlich zur persönlichen Information bestimmt. Weitergabe an Dritte nur nach
schriftlicher Genehmigung.