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e-politik.de - Artikel
( Artikel-Nr: 1999 )Friedens–Netz-Werk Autor : Markus Kink Noch schweigen die Waffen am Golf. Was sich von Fernsehen, Radio und in Zeitungen nicht behaupten lässt. Auch im Internet geht es in diesen Tagen hoch her. Eine Netzreportage von Markus Kink. Irak überall. Wohin man schaut, wird mit Information, Gefühlen, Desinformation, Polemik und Expertenwissen um sich geworfen, was das Zeug hält. Die Mittler dieser Nachrichten sind die Journalisten. Und obwohl der Journalist am Anfang der Nachrichten-Kette steht, fällt es auch ihm nicht leicht den Überblick zu behalten. Zu vieles strömt in diesen Tagen von zu vielen Seiten auf ihn ein. Überblick verspricht hier die neue Rechercheplattform von journalismus.com und jourweb.com. Unter www.journalismus.com/irak findet der Informationshungrige an die 200 Links zu Pressemeldungen, amtlichen Dokumenten nicht nur der USA und den UN, sondern auch der Gegenseite, dem Irak. Zusätzlich können sich Journalisten in einem eigens eingerichteten Forum austauschen.
Die Medien und der Krieg Gerade die Fernsehstationen betreiben einen ungeheuren Aufwand, um am Golf präsent zu sein. Der Tagesspiegel hat zusammengefasst, wie die Sender angefangen von ARD und ZDF bis hin zu n-tv und RTL aufrüsten. Die Hessische Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung nimmt in der Publikation Zwischen Information, Inszenierung und Zensur das Zusammenspiel zwischen Medien, amtlichen Informationen und der gezielten Desinformation unter die Lupe. Wo ist die Friedensbewegung? Unter www.friedensbewegung.info geht es nicht nur um den drohenden Irak-Krieg, sondern auch um andere friedensrelevante Themen. Wer hier nach Gründen gegen einen Krieg im Irak sucht, wird in einem etwas versteckten Forum mit Artikeln, Beiträgen und Berichten fündig. Einer dieser Beiträge thematisiert, wie sich die US-Regierung rhetorische Legitimation verschafft - finden die Inspektoren nichts, liege dies daran, dass Saddam die Beweise zu gut versteckt habe. Embargos.de ist die Internetpräsenz der Initiative gegen das Irak-Embargo Deutschlands. Die Informationen auf dieser Seite sind anspruchsvoller und hintergründiger, als dies bei www.friedensbewegung.info der Fall ist. Die Initiative hat namhafte Leute für ihre Sache gewinnen können, unter anderem Hans von Sponeck, den ehemaligen UN-Koordinator für den Irak. Ebenso bekannt sind die Träger der Initiative. Von Pax Christi bis zum Deutsch-Arabischen Friedenswerk haben sich achtzehn Organisationen zu dieser Initiative zusammengefunden. Auslöser war nach eigener Aussage die zunehmend schlechte Lage der irakischen Bevölkerung durch die seit mehr als zehn Jahre andauernden UN-Embargos. Kritische Stimmen bietet auch der Friedenspolitische Ratschlag, der von der AG Friedensforschung an der Uni Kassel zusammen mit dem Bundesausschuss Friedensratschlag betrieben wird. Der "Ratschlag" stellt eine Linkliste wissenschaftlicher Publikationen bereit und veröffentlicht friedenswissenschaftliche Vorträge. Die politische Meinung des Forums ist offensichtlich: Krieg gegen den Irak ist die schlechteste aller Alternativen und ein Präventivkrieg ohne völkerrechtliche Legitimation ein Rückschlag für die
Weltgemeinschaft. Selten waren sich die Kirchen so einig, wie in dieser drängenden Frage. Die deutsche Bischofskonferenz hält in ihrer Erklärung den geplanten Präventivkrieg für "sittlich unerlaubt." Und die Parteien? Selten war die Diskrepanz zwischen den Kirchen und der "christlichen" Union größer. Zumindest auf ihrer Homepage ignoriert die CDU das Thema, das zur Zeit in Deutschland alle gleichermaßen bewegt. SPD, Grüne, PDS und die FDP dagegen nehmen sich im Internet des Themas auf ihre jeweils eigene und hinlänglich öffentlich diskutierte Weise an. Die Bush-Regierung Das einhellige Ziel der Gegnerschaft des Krieges ist nicht das diktatorische Regime Saddams, sondern die US-Regierung. Wer in die Adresszeile seines Browsers www.kriegstreiber.de eingibt, wird direkt auf die offiziellen Seiten des Weißen Hauses umgeleitet. An exponierter Stelle fasst das Weiße Haus unter dem Titel "Apparatus of Lies" den "Lügenapparat" Saddams zusammen. Neben den öffentlich bekannten und oft wiederholten Anschuldigungen wirft die US-Regierung Bagdad vor, gezielt Fernsehbilder zu manipulieren und die Welt zu täuschen. Wie war das noch gleich mit den zielgenauen
und intelligenten Bomben aus dem Golfkrieg von 1990/91?
E-mail: redaktion@e-politik.de
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