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e-politik.de - Artikel
( Artikel-Nr: 2020 )Entscheidung zu Gunsten des Präsidenten Autor : e-politik.de Gastautor Streik und die Forderung nach Neuwahlen - Venezuelas Opposition kämpft gegen Präsident Hugo Chavez. Nach einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofes scheint eine Lösung des Konflikts nur durch internationale Vermittlung möglich. Von Nina Schierstädt. Das Oberste Gericht in Venezuela hat eine Entscheidung zu Gunsten des Präsidenten Hugo Chavez getroffen: Das von den Wahlbehörden für den 2. Februar angesetzte Referendum über vorgezogene Präsidentschaftswahlen wurde für verfassungswidrig erklärt.
Unterschicht versus Oberschicht Internationale Vermittlungsbemühungen
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Das Gericht gibt somit dem Präsidenten Recht, der ein Votum zu diesem Zeitpunkt abgelehnt hatte. Gemäß der venezolanischen Verfassung ist eine Volksabstimmung erst zur Hälfte des Präsidentschaftsmandats, also ab dem 19.August 2003 möglich. Die Opposition hatte im November 2002 eine Petition mit zwei Millionen Unterschriften abgegeben, um ein vorzeitiges Referendum zu ermöglichen. Sie lehnt den August als Termin für eine Volksabstimmung ab.
Inzwischen stellt sich aber nicht mehr nur die reiche, um ihre Privilegien fürchtende Minderheit gegen den Präsidenten. Auch Gewerkschaften, Unternehmerverbände und die katholische Kirche zählen jetzt zur Opposition. Sie werfen Chavez Korruption, einen autoritären Führungsstil und eine falsche, das Land in den Ruin treibende Wirtschaftspolitik vor. Außerdem wird ihm unterstellt, die kolumbianische Guerilla zu unterstützen und eine Diktatur nach kubanischem Vorbild errichten zu wollen.
Fakt ist, dass sich die wirtschaftliche Lage unter Chavez enorm verschlechtert hat. Inflation und Arbeitslosigkeit steigen unaufhaltsam an. Nach Angaben der Zentralbank betrug die Monatsinflationsrate im September 2002 4,5 Prozent. Sie lag damit um 3,3 Prozent über der Monatsinflationsrate im Jahr zuvor. Die Steigerungsrate des Preisindex der Lebenserhaltungskosten für das Jahr 2002 liegt sogar bei 35,7 Prozent.
Die Vermittlungsbemühungen der Amerikaner werden vom Präsidenten Venezuelas allerdings mit Skepsis betrachtet, denn den USA wird eine Beteiligung am Staatsstreich im April 2002 nachgesagt. Chavez war damals für 48 Stunden aus seinem Amt entfernt und von Offizieren auf eine Karibikinsel verschleppt worden. Ein Sturz des linksnationalistischen Chavez käme den Amerikanern in der Tat äußerst gelegen. Schließlich beziehen sie mehr als 13 Prozent ihrer täglichen Rohölimporte aus Venezuela. In Anbetracht eines möglichen Golfkrieges wird das Land zunehmend zum Sicherheits- und Versorgungsproblem für die USA.
Doch egal welche Partei in dem Konflikt die Oberhand gewinnt, Venezuela hat verloren. Die ohnehin angeschlagene Wirtschaft wird dauerhafte Schäden davontragen. Die Landeswährung hat schon jetzt etwa ein Viertel ihres Wertes eingebüßt und je länger der Streik andauert, desto schwerwiegender werden die wirtschaftlichen Folgeerscheinungen sein.
Weiterführende Links:
Informationen zu Venezuela: http://www.mpiv-hd.mpg.de/de/link/AmerVen.cfm
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