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e-politik.de - Artikel
( Artikel-Nr: 1906 )Schröders letzter Mann
Autor : e-politik.de Gastautor
E-mail: redaktion@e-politik.de
Manfred Stolpe (SPD) ist Schröders neuer Mann im Ministerium für Verkehr, Bau und Aufbau Ost. Von Martha Igelspacher.
Die Berufung des früheren brandenburgischen Ministerpräsidenten ist die letzte Personalentscheidung in Schröders neuem Bundeskabinett. Sie kam sehr überraschend, denn eigentlich war der Leipziger Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee (SPD) für diesen Posten vorgesehen. Er hatte sich aber in letzter Minute einem Umzug an die Spree verweigert. Der 66-Jährige Stolpe löst den bisherigen Verkehrsminister Kurt Bodewig (SPD) ab.
Sorgenkind Ostdeutschland
Mit der Neubesetzung wurde das Ministerium auch neu zugeschnitten – für den „Aufbau Ost“ war bisher das Kanzleramt zuständig. Stolpe kündigte an, sich besonders um die Probleme im Osten kümmern zu wollen. Er werde dabei aber die Aufgaben in Gesamtdeutschland nicht vernachlässigen.
Manfred Stolpe war zwölf Jahre lang Ministerpräsident in Brandenburg. Für viele kam sein in Wirklichkeit geplanter Rücktritt im Juni 2002 überraschend. Schon damals hatte er betont, die politische Bühne nicht für immer verlassen zu wollen und hatte über einen Wechsel ins Berliner Kabinett nachgedacht.
Pommerscher Dickkopf
Vor der Wende arbeitete der 1936 geborene Jurist bei der evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg. Seine Kontakte zur DDR-Regierung gaben nach der Wiedervereinigung Anlass zu Kritik. Schaden konnte das dem als „Pommerschen Dickkopf“ bekannten Politiker jedoch genauso wenig, wie mehrere Affären zu seiner Zeit als Ministerpräsident oder der Streit um seine angebliche Stasi-Vergangenheit. Nach wie vor zählt der ehemalige Landesvater zu den populärsten Politikern Ostdeutschlands.
1990 führte Stolpe die SPD als stärkste Partei in den neuen Landtag von Brandenburg. Eine schwere politische Niederlage erlitt er 1999, als die SPD ihre absolute Mehrheit verlor. Kurz vor seinem Rücktritt hatten Stolpe mehrere Firmenpleiten zu schaffen gemacht, etwa die Insolvenzen des Lastzeppelinproduzenten Cargolifter oder der Autorennstrecke "Eurospeedway" am Lausitzring.
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