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e-politik.de - Artikel
( Artikel-Nr: 1988 )'Wir haben eine historische Entscheidung gefällt' Autor : e-politik.de Gastautor In Kolumbien tobt seit fast 40 Jahren ein Bürgerkrieg, in dem sich Guerilla-Gruppen, paramilitärische Einheiten und die Armee gegenüberstehen. Nun haben die paramilitärischen Milizen der Regierung den Waffenstillstand angeboten. Von Nina Schierstaedt. "Krieg ist die beste Waffe gegen den Bürgerkrieg", behauptet der kolumbianische Präsident Alvaro Uribe. Mit großer Härte geht er daher gegen Drogenbauern, Guerilla und Paramilitärs vor, um sie mittels Gewalt unter seine Kontrolle zu bringen. Um in diesem Konflikt die Oberhand zu gewinnen, hat Uribe den Ausnahmezustand verhängt. Die Armee ist hierdurch ermächtigt, Bewegungen von Personen und Waren in den Konfliktregionen zu kontrollieren und Verdächtige ohne richterliche Anweisung festzusetzen. Seither hat unter der Willkür der Militärs besonders die Landbevölkerung in den betroffenen Regionen zu leiden. Die Guerillabewegung: Ein Kampf gegen politische Intoleranz Freie Hand für die Armee
E-mail: redaktion@e-politik.de
Straßensperren und Ausweiskontrollen schränken die Bewegungsfreiheit der Menschen stark ein. Schon die Beschaffung von Lebensmitteln wird zum Problem. Wie Vertreter der Gemeinden erklären, sind die Menschen "de facto Gefangene auf ihrem eigenen Land".
Jeder Versuch, eine unabhängige politische Kraft zu etablieren, wurde mit Gewalt bekämpft. Vor diesem Hintergrund entstanden auch die heute einflussreichsten Guerillaverbände, die "Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens" FARC und die "Nationale Befreiungsarmee" ELN. Ursprüngliche Ziele beider Vereinigungen waren die Machtübernahme und die Errichtung eines sozialistischen Staates.
Heute fallen die Forderungen der Guerillas weniger drastisch aus. Während die ELN einen demokratischen sozialen Rechtsstaat verlangt, in dem der Zivilgesellschaft eine Schlüsselrolle zukommen soll, geht es der FARC um die Errichtung einer "Regierung im Namen des Volkes". Eine basisdemokratische Neuorientierung wird von den "Revolutionären Streitkräften Kolumbiens" nicht erstrebt, zivilen Kräften soll nur eine untergeordnete Bedeutung zukommen.
Um ihre Forderungen durchzusetzen, versuchen die Guerillos immer wieder, Verhandlungen mit Waffengewalt zu erzwingen. Entführungen von Politikern, Polizisten und Soldaten sind ein beliebtes Mittel, um Aufmerksamkeit zu erregen. Sie sind meist mit politischen Forderungen verbunden. Des weiteren sind Entführungen, neben den von Drogenbauern und Drogenhändlern eingezogenen "Steuern", die wichtigsten Einnahmequellen der Guerillas. Prominente Entführungsopfer waren in diesem Jahr der Vorsitzende der lateinamerikanischen Bischofskonferenz, Bischof Jorge Jimenez Carvajal und die Präsidentschaftskandidatin der Grünen Ingrid Betancourt. Während Bischof Jimenez durch militärische Einheiten befreit werden konnte, befindet sich die im Februar 2002 entführte Ingrid Betancourt immer noch in den Händen der Rebellen.
Weiterführende Links:
Aktuelle Informationen zu Kolumbien: http://www.kolumbien-aktuell.ch/
Geschichte des Konflikts: http://www.matices.de/30/Geschichte_Gewalt_Kolumbien.htm
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