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e-politik.de - Artikel
( Artikel-Nr: 1974 )11’09“01 Autor : e-politik.de Gastautor 11 Filme über den 11. September 2001. 11 Regisseure, 11 Bilder aus 11 Ländern. Eine Rezension von Daniel Erk über einen ungewöhnlichen Film. Im Prinzip ist es nicht möglich, den 11. September 2001 cineastisch aufzuarbeiten. Nicht allgemeingültig, objektiv oder allwissend Freie Assoziationen Fremde Assoziationen Perpektivenwechsel
"11'09''01 - ein Film von 11 Regisseuren" (Frankreich 2002) Foto: Copyright liegt bei der Movienet Film GmbH
E-mail: redaktion@e-politik.de
Im Prinzip ist es nicht möglich – auch nicht in 2 oder gar 3 Stunden – die Zusammenhänge von religiösem Fundamentalismus, westlich dominierter Globalisierung, von Innen- und Außenpolitik und Kultur zu zeigen.
Und prinzipiell ist es auch fragwürdig, ob ein Kino der richtige Ort ist, um den 11. September wieder in die Köpfe der Menschen zu bringen.
Denn gerade dies war doch der Vorwurf an die Vereinigten Staaten: All das, was passierte, und all die Gründe, warum es passierte, zu sehr zu reduzieren und zu sehr in einfache, zu einfache, aber schnell begreifliche Denkschemata zu pressen.
Der Film besticht nicht durch neue Erkenntnisse oder durch noch nie gesehene Bilder – rein faktisch macht 11’09“01 den Zuschauer, so sehr dieser es vielleicht auch wünschen würde, nicht schlauer.
Keine unbekannten Zusammenhänge von CIA und Al-Qaida, keine Bilder von Sterbenden, keine Zeugenaussagen und keine Schemata.
Im Prinzip müsste man viel mehr über den japanischen Film, über die Rezeption arabischer Kinogänger und die Stilmittel nahöstlichen Kinos wissen, um die Qualität, Wirkungsweise und Darstellungsformen von 11’09“01 beurteilen zu können.
Ein anderes Beispiel: Im ägyptischen Beitrag steigt ein für deutsche Augen äußerst arabisch wirkender Mann in Uniform aus dem Meer. Er ist zunächst durchsichtig. Erst nach einer Weile erschließt sich, dass der Schauspieler einen toten amerikanischen Marine spielt.
Denn der Film erzählt nicht nur von den Konsequenzen und der Herkunft von Eindimensionalität, Einseitigkeit und Desinteresse. Durch seine Offenheit, Unvoreingenommenheit und vor allem durch seine Vielfalt ist er vielleicht ein Beispiel für einen gangbaren Weg um einem weiteren 11. September vorzubeugen.
ab dem 28. November 2002 in den deutschen Kinos
Regisseure: Samira Makhmalbaf (Iran,
Claude Lelouch (Frankreich),
Youssef Chahine (Ägypten),
Danis Tanovic (Bosnien-Herzegowina),
Idrissa Ouedraogo (Burkina Faso),
Ken Loach (Großbritannien),
Alejandro González Inárritu (Mexiko),
Amos Gitaï (Israel),
Mira Nair (Indien),
Sean Penn (Vereinigte Staaten),
Shohei Imamura (Japan)
Produzent: Jean de Trégomain
135 Minuten
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