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e-politik.de - Artikel
( Artikel-Nr: 1932 )Der Pianist Autor : Sead Husic Roman Polanski verfilmte das Leben des polnisch-jüdischen Pianisten Wladyslaw Szpilman, der den Holocaust durch ein Wunder überlebt hat.
Von Sead Husic Mitten in den Häuserruinen der polnischen Hauptstadt Warschau, im Winter des Jahres 1945, geschieht ein Wunder. Ein ausgemergelter, erschöpfter Mann mit langem Bart und schmutzigem, vor Hunger eingefallenem, fahlen Gesicht, steht verängstigt und müde von der Flucht vor den deutschen Besatzern, plötzlich einem Alptraum gegenüber: Ein geschniegelter, glatt rasierter Offizier der Deutschen Wehrmacht hat ihn im Zimmer eines der wenig heilgebliebenen Häuser entdeckt.
Ein beinahe unglaubliches Schicksal Kleine Gesten erzeugen die Glaubwürdigkeit Eine ganz persönliche Geschichte
"Der Pianist" (Frankreich/Deutschland/Polen 2001)
E-mail: redaktion@e-politik.de
Der Soldat aber zieht nicht die Pistole und erschießt den Flüchtling, sondern fragt den in zerschlissenen Kleidern vor ihm Stehenden, wer er ist. "Pianist", sagt der Flüchtling.
Dann fordert der Deutsche den Unbekannten auf, an dem Klavier zu spielen, das im Nebenraum steht. Und der Mann beginnt zu spielen. Erst zaghaft, unsicher aber dann spielt er sich in einen Rausch und über der Trümmerlandschaft schweben Konzertklänge.
Dabei spielt Adrien Brody in der Rolle von Szpilman so überzeugend und ehrlich, dass er jeden in den Bann des menschlichen Wahns und dennoch Hoffens hineinzieht. Als er auf den Deutschen trifft, wirkt er ausgeliefert, ohne auch nur eine große Geste zu tun. Machtlos steht er da, sein Schicksal erwartend.
Und auf der anderen Seite steht Hosenfeld, gespielt von Thomas Kretschmann, der, ohne das Pathos des Retters, dem Verfolgten hilft. Nur in seinen Augen ist das Mitgefühl zu erkennen, für einen Menschen, der Hilfe braucht.
Zum Ende des Films sieht man die Rettung Szpilmans. Die Rote Armee ist in Polen einmarschiert und hat die Besatzungmacht vertrieben. Von einem Freund erfährt der Pianist die Geschichte über einen deutschen Soldaten, der in einem russischen Gefangenenlager erzählte, den Pianisten Szpilman gerettet zu haben. Wladyslaw versucht den Mann zu finden, doch längst hat die Rote Armee die Gefangenen weggeschafft. Szpilman konnte seinem Retter nicht mehr helfen. Im Abspann erfährt man, dass der Offizier Hosenfeld in einem russischen Gefangenenlager 1952 gestorben ist. Das Glück ist eben nicht immer gerecht.
seit dem 24. Oktober 2002 in den deutschen Kinos
Länge: 149 Minuten
Regie: Roman Polanski
Buch: Ronald Harwood
Vorlage: Wladyslaw Szpilman
Kamera: Pawel Edelman
Mit:
Adrien Brody (Wladyslaw Szpilman)
Thomas Kretschmann (Wim Hosenfeld)
Frank Finlay (Der Vater)
Maureen Lipman (Die Mutter)
Ed Stoppard (Henryk)
Julia Rayner (Regina)
Jessica Kate Meyer (Halina)
Emilia Fox (Dorota)
Weiterführende Links:
Offizielle Website zum Film: http://www.thepianist-themovie.com
Informationen zu Wladyslaw Szpilman: http://www.szpilman.net/pianist.html
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