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e-politik.de - Artikel
( Artikel-Nr: 1977 )Karl-Rudolf Korte (Hrsg.): Das Wort hat der Herr Bundeskanzler. Autor : Bert Große Ein junges Autorenteam um den Politikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte legt eine Analyse der Großen Regierungserklärungen deutscher Bundeskanzler vor. Bert Große hat sie gelesen.
Große Regierungserklärungen zu Beginn einer Legislaturperiode gelten als wichtiges Führungsinstrument des Bundeskanzlers. Die Regierung erläutert in ihnen erstmals vor Öffentlichkeit und Opposition die Ziele der Amtsperiode. Sie dienen der Zielverständigung der Koalitionspartner, der inneren Disziplinierung von Kabinett und stützender Parlamentsmehrheit und natürlich der inhaltlichen Abgrenzung zum politischen Gegner. Theorie und Empirie Spannende Zeitgeschichte Korte, Karl-Rudolf, (Hrsg.), "Das Wort hat der Herr Bundeskanzler." Eine Analyse der Großen Regierungserklärungen von Adenauer bis Schröder
E-mail: redaktion@e-politik.de
Erstaunlich, dass ein so bedeutendes politikwissenschaftliches Forschungsfeld bisher nahezu unerschlossen war. Das Autorenteam hat diese Lücke jetzt geschlossen.
Schwarze/Walther widmen sich dem Entstehungsprozess von Regierungserklärungen, sie untersuchen Aufgabenbereich, Arbeitsweise und Position der politischen Redenschreiber in Form von qualitativen Interviews.
Van den Berg/Vagt liefern abschließend einen quantitativen Vergleich der Regierungserklärungen seit 1949. Die Autoren arbeiten heraus, dass die Themen Wirtschafts- und Finanzpolitik, Inneres und Äußeres, sowie das Selbstverständnis der jeweiligen Regierung die häufigsten Politikfelder darstellen.
Der zweite Abschnitt bietet die Analyse der jeweiligen Regierungserklärungen von Adenauer bis Schröder (1998). Das konsequente Forschungsdesign ermöglicht dem Leser den Vergleich. Die Analyse fragt nach zeitgeschichtlicher Situation, untersucht den Entstehungsprozess der Rede, zeigt Selbstverständnis der Regierung, Schwerpunkte und Konfliktlinien ihres Handelns auf und nennt die Konfliktpotentiale in Kabinett, Fraktion und Partei. Der Blick auf die Medienresonanz zur Regierungserklärung rundet jede Untersuchung ab.
Im dritten Abschnitt werden die Reden der Bundestagsprotokolle dokumentiert, was dem Leser jederzeit den Vergleich zur Analyse ermöglicht.
Negativ fällt die penetrant häufige Selbstzitierung des Herausgebers auf. Weniger wissenschaftliche Eitelkeit wäre hier mehr gewesen.
Fazit: Gelungene Spezialuntersuchung mit hohem Unterhaltungswert.
Westdeutscher Verlag, Wiesbaden, 2000, 479 S.
34,90 Euro
ISBN 3-531-13695-X
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