Kombilohn gegen Arbeitslosigkeit

Bernhard Jagoda hat keinen leichten Job. Wenn er in diesen Zeiten vor die Presse tritt, hat er schlechte Nachrichten im Gepäck: Die Arbeitslosenzahl steigt, eine Besserung der Arbeitsmarktsituation ist nicht in Sicht. Das von Bundeskanzler Gerhard Schröder während des Wahlkampfes 1998 gemachte Versprechen, die Zahl der Arbeitslosen während der Legislaturperiode auf unter 3,5 Millionen zu senken, ist in unerreichbare Ferne gerückt.

Eine ideale Angriffsfläche für den Gegenkandidaten Schröders bei der Bundestagswahl, Edmund Stoiber. In der Führungsspitze in Berlin denkt man daher immer hastiger darüber nach, wie man das Schreckgespenst der 4 Millionen Arbeitslosen wieder vertreiben kann. Und das am besten so schnell wie möglich, damit man sich im Wahlkampf noch mit positiven Zahlen vom Arbeitsmarkt schmücken kann. Dass dem CDU/CSU-Mann Stoiber in Meinungsumfragen eine bessere Wirtschaftskompetenz als dem Amtsinhaber Schröder zugesprochen wird, ist aus Sicht der SPD und der Grünen untragbar.

Auf der Suche nach der Zauberformel

Die Formel gegen Arbeitslosigkeit wurde bislang in Deutschland noch nicht gefunden. Deshalb bemüht man jetzt das sogenannte „Mainzer Modell“. Auch die Regierungsparteien drängen sich also mit einem K-Wort in die Medien: Der Kombilohn. Er wird manchmal schon beinahe ehrfurchtsvoll als das Zauberwort gegen alle Probleme von der Koalition ausgesprochen. Doch was versteckt sich eigentlich hinter dem Kombilohn?

Das „Mainzer Modell“

Seit September 2000 ist in sechs Arbeitsamtsbezirken in Rheinland-Pfalz und Brandenburg der Kombilohn schon Realität. Der Modellversuch, besser bekannt unter den Namen „Mainzer Modell“ ist in den Grundzügen einfach aufgebaut. Ziel ist es, zusätzliche Anreize für die Aufnahme einer Beschäftigung zu geben. Die Grundregel dabei ist die „Arbeitnehmerorientiertheit“: Wer eine Arbeit mit relativ niedrigem Lohn aufnimmt (Ledige zwischen