Dossier: Angepasste Technologien in Tansania

Adelard Ndibalema, Kochherd-Techniker bei CHEMA in Kayanga
Adelard Ndibalema, Kochherd-Techniker bei der Organisation CHEMA in Kayanga, mit Bauteilen eines Mikrovergasers

Im Zuge der Neuverhandlungen der Millennium-Entwicklungsziele 2015 rücken die Vereinten Nationen die Ideen der Nachhaltigkeit, Eigenständigkeit und Eigenverantwortung in den Mittelpunkt. Dieses Dossier stellt einige nachhaltige Low-Tech-Lösungen aus Tansania vor, die für eine unabhängige Energiebereitstellung, sichere Sanitärversorgung und Ernährungssouveränität entwickelt werden. Von Julia Schell

Eines der acht Millennium-Entwicklungsziele, die sich die Vereinten Nationen bis zum Jahr 2015 gesetzt haben, ist die Förderung der ökologischen Nachhaltigkeit. Im Globalen Süden liegt die zentrale Herausforderung dabei vor allem in einer nachhaltigen Energieversorgung.

Dieses Dossier stellt drei sogenannte „angepasste Technologien“ vor – Biogas, Mikrovergaser und EcoSanitation –, die dieses Problem lösen sollen. Alle Beispiele entstammen Modellprojekten in Tansania, die unsere Autorin im Rahmen einer Recherchereise vor Ort besucht hat.

Von den Bürgern für die Bürger

Unter angepassten Technologien versteht man simple technische Problemlösungen, die von und für Gemeinden in Abhängigkeit von deren lokalen Lebenssumständen und Ressourcen hergestellt werden. Das schafft Arbeitsplätze und eine nachhaltige, kostengünstige Versorgung mit einfach bedienbaren Produkten für den Alltag.

In ländlichen Gemeinden in Tansania gehören mangelnde Energieversorgung und nachlassende Bodenqualität zu den alltäglichen Hauptproblemen. Die meisten Menschen arbeiten in der Subsistenzwirtschaft, leben also von ihren Ernteerträgen. Diese werden mit schlechter werdenden Böden aber immer magerer. Den täglichen Energiebedarf decken die Familien vor allem durch Biomasse, also Feuerholz oder Kohle.

Lokale Kreisläufe schließen

Fossile Brennstoffe sind jedoch teuer und umweltschädlich, die tägliche Beschaffung von Feuerholz wiederum ist mühsam, zeitraubend und führt zur Abwaldung. Das Kochen über offenem Feuer ist zudem gesundheitsschädlich. Gleichzeitig gibt es durch die Landwirtschaft vor Ort jede Menge ungenutzte organische Abfälle.

Lokale Gemeinde-Organisationen versuchen daher nun, die natürlichen Kreisläufe so zu schließen, dass Energie effizienter im unmittelbaren Umfeld der Familien gewonnen werden kann und zugleich die Böden wieder fruchtbar gemacht werden, um langfristig Nahrungsmittelsicherheit zu gewährleisten.

Lesen Sie die Beiträge hier:

Biogas_QuadratDie Biogas-Revolution in Tansania

Biogas ist eine Technologie, die bereits seit den 1970er Jahren in Tansania Anwendung findet. Dennoch gibt es erst seit 2008 ein landesweites, von der Regierung gefördertes Programm für den Ausbau der Biogasversorgung. Ein Besuch vor Ort. Von Julia Schell

 

 

10555129_10152557437595874_1937579085_nEin Ofen erleichtert das Leben

Mikrovergaser stellen eine günstige, an lokale Ressourcen anpassbare und umweltschonende Möglichkeit dar, um mit organischen Abfällen Energie bereitzustellen. Wie funktioniert diese Technologie und wo wird sie eingesetzt? Eine Recherche in Tansania. Von Julia Schell

 

 

MenschlicZwei Prototypen der Trenntrockentoilette in Chonyonyoher Mist im Kreislauf

Nährstoffe und Mineralien aus menschlichen Ausscheidungen müssen wieder zurück in den Boden, damit dieser seine Fruchtbarkeit nicht verliert. Bodenauslaugung ist ein weltweites Problem, das bei einer wachsenden Weltbevölkerung langfristig zu Nahrungsmittelunsicherheit führt. Doch wie geschieht die Rückführung von Nährstoffen in den Boden sicher, sauber und kostengünstig? Von Julia Schell

 


Die Bildrechte liegen bei Jan Schunk.


Die Recherche-Reise der Autorin wurde von der Heidehof Stiftung im Rahmen einer Reportage über nachhaltige Entwicklung und Energie gefördert. Das Projekt wurde vom CRISP e.V. in Berlin koordiniert.


Lesen Sie mehr bei /e-politik.de/:

WissensWerte: Energiewende

Sonnenenergie als Alleskönner

Es liegt an uns allen