Es war in einem Ersti-Seminar 2004 an der Uni Leipzig, als mich der digitale Journalismus in Form einer schwarz-weißen A6-Kopie erreichte. Mitmachen, stand auf dem Flugblatt, und eine Webadresse: /e-politik.de/. Ich klickte mich durch das Angebot dieses Onlinemagazins – und war fasziniert. Das war ein Portal an der Nahtstelle von Journalismus und Politikwissenschaft, das gänzlich ohne grelle Überschriften, Blinkelemente und Werbebanner auskam, getragen allein vom Ehrgeiz und Teamgeist einer virtuellen Redaktion. Konnte so etwas funktionieren? Ja!

Zu einem Zeitpunkt, als an der Uni noch über Zeitungsspalten, „Schusterjungen“ und „Hurensöhne“ gesprochen wurde, lernte ich, was Teaser, Twitter, Google-Optimierung und Content-Management-Systeme sind. /e-politik.de/ bot nicht nur eine großartige Plattform für politikjournalistische Veröffentlichungen, sondern entwickelte sich schnell zu einem lebhaften, kritischen und deutschlandweiten Netzwerk.