Kurz dachten wir, man könne reich werden mit /e-politik.de/. Alle wurden reich, damals Ende der 90er Jahre in der New Economy. Ein bisschen Internet, ein bisschen Inhalte und schon ist man ein bisschen reich. Das war damals die Formel – und das können wir auch, dachten wir, nachdem wir die ersten politikwissenschaftlichen Skripte 1999 ins Internet gestellt hatten. Ja, /e-politik.de/ begann mit politikwissenschaftlichen Skripten, Zusammenfassungen über die Theorien von Platon, Aristoteles, Macchiavelli und Co., die wir im Netz veröffentlichten und ergänzten, damit sie alle zum Lernen für politikwissenschaftliche Prüfungen nutzen konnten. Schnell erweiterten wir die Sammlung dann aber um Artikel, Kommentare und Reportagen, bauten eine Redaktion in München auf, hatten unzählige Helfer, die die Seite pflegten, programmierten, gestalteten.

 

/e-politik.de/ wuchs zum Onlinemagazin, wurde größer, wir bastelten an unserem Business Plan, schrieben astronomische Summen auf, die wir mit Hilfe von Werbung einnehmen wollten, kalkulierten, rechneten – und dann platzte die New Economy Blase. Venture Capital hatten wir nie gesehen – und das war unser Glück. /e-politik.de/ wurde kein überlebte alle Krisen der Nuller-Jahre. Wir gründeten einen Verein, heute gibt es gleich mehrere Redaktionen in Deutschland, die unsere Anfangsarbeit nicht nur weiterführen, sondern noch dazu professionalisiert haben. Und so sind wir doch reich geworden: reich an Erfahrung, reich an netten, spannenden Leuten, die wir kennen lernten, reich an interessanten, spannenden Texten. Danke an alle, die mitgemacht haben, mitmachen und mitmachen werden. Für mich kann ich sagen: Es hat sich gelohnt. Es hat Türen in den Journalismus geöffnet. Und vor allem: Es hat Spaß gemacht.