Wie friedlich ist Europa?

Der längste Frieden Europas, unzählige Konflikte weltweit – und eine gesellige Zusammenkunft (Symposion [griech.]) die diese Spannungen fokussiert. Lena Merkle, Vorstandsmitglied von Symposium Magdeburg e.V., im Gespräch mit /e-politik.de/ über ernste Themen in lockerer Atmosphäre. von Julia Gießler

Das zweite Magdeburger Symposium rückt die Frage „Wie friedlich ist Europa?“ in den Fokus der Veranstaltung „Krieg.Frieden.Europa“, die vom 12.6.2015-14.6.2015 in Magdeburg durch Studierende organisiert wird. Die EU zwischen Frontex und Flüchtlingshilfe. E-Politik im Gespräch mit Lena Merkle, Mitglied des Vereinsvorsitzes und des Organisationsteams über ein partizipatorisches Format, das die Pflichten, Rechte und Aufgaben Europas diskutiert.

/e-politik.de/: Der Titel der Veranstaltung ist „Krieg.Frieden.Europa“, wieso gerade dieses Thema?

Lena Merkle: Das erste Magdeburger Symposium drehte sich um das Thema Asylpolitik in Europa. Aus aktuellem Anlass ist es dieses Jahr das Thema Krieg und Frieden im europäischen Zusammenhang geworden. Unser Anspruch ist es aus verschiedenen Perspektiven auf Europa zu sehen. Durch die Aktualität des Themas aufgrund des Ukraine Konfliktes lässt sich ein guter Praxisbezug herstellen.

/e-politk.de/: Wie wollt Ihr, die Frage „Wie friedlich ist Europa“ eigentlich beantworten?

Lena Merkle: Das Symposium wird in drei Teilbereichen versuchen sich der Beantwortung der Frage aus verschiedenen Perspektiven zu nähern. Eine Input-Veranstaltung, in Form einer Vorlesung, soll die Teilnehmer mit Disskusionsgrundlagen versorgen. Anschließend wird es in allen drei Bereichen zu einer intensiven Workshop-arbeit kommen.

/e-politik.de/: Welche drei Teilbereiche beinhaltet das Symposium?

Lena Merkle: Der erste Themenblock wird sich mit dem Thema „Grenzen Europas“ auseinandersetzen und im Besonderen mit der Asylpolitik und der europäischen Integration. Themenblock zwei diskutiert Europas „Verantwortung in der Welt“. In diesem Themenblock geht es vorwiegend um den Einsatz humanitärer Interventionen und Entwicklungszusammenarbeit. Der dritte Themenbereich diskutiert unter der Überschrift „Informiertes Europa“ über eurozentristische Berichterstattungen und über die europäischen Medien und deren Verantwortung.

/e-politik.de/: Was ist das Ziel der Veranstaltung?

Lena Merkle: Das Ziel der Veranstaltung ist es jungen, interessierten Menschen ein Forum zum Austausch zu bieten. Sie sollen so zur politischen Partizipation angeregt werden. Es soll in einem aufgelockerten Rahmen stattfinden mit kritischen Diskussionen, die für alle Interessierten geöffnet sind und sich nicht auf den akademischen Diskurs beschränken.

/e-politik.de/: Aus welchen Bereichen kommen die Referenten, die die Eingangsvorträge halten?

Lena Merkle: Unsere Referenten und Referentinnen sind zum einen Universitätsprofessoren, Wissenschaftliche Mitarbeiter, zum anderen aber auch Journalisten, Mitarbeite von NGOs, so wie auch Politiker. Das Symposium steht darüber hinaus unter der Schirmherrschaft der Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan und des Europäischen Parlaments.

/e-politik.de/: Aus eurem Programm geht hervor, dass auch Frontex vor Ort sein wird. Wie und durch wen wird es vertreten werden?

Lena Merkle: Ja und wir freuen uns sehr darauf, dass ein Mitglied der Operations Division einen Vortrag halten wird. Sie waren uns sogleich auch sehr aufgeschlossen und positiv gestimmt. Frontex spielt eine erhebliche Rolle bei dem Thema europäische Grenzen und es wird häufig darüber diskutiert, jedoch meist nicht mit den Verantwortlichen und das wollen wir ändern. Wir wollen ein differenziertes Bild von Europa erstellen und deshalb ist es wichtig auch alle involvierten Akteure zu Wort kommen zu lassen.

/e-politik/: Wer steht eigentlich hinter dem Magdeburger Symposium?

Lena Merkle: Zum einen wäre das der Verein Symposium Magdeburg e.V., der sich vor allem um alle Verwaltungsangelegenheiten und die Akquirierung von Geldern kümmert. Zum anderen ist da das Organisationsteam, das die Abläufe, Inhalte und alles andere rund um das Symposium plant und organisiert. Das Organisationsteam ist noch einmal in die drei Bereiche Finanzen, Öffentlichkeitsarbeit und Programm unterteilt.

/e-politik/: Wer gehört zum Organisationsteam des Symposiums?

Lena Merkle: Engagiert sind bei uns vorwiegend Studenten der Hochschulen in Magdeburg. Auch im Organisationsteam ist eine Vielfalt erkennbar. Die Mitglieder kommen aus den unterschiedlichsten Studienrichtungen. Viele sind in den Geistes- und Sozialwissenschaften angesiedelt, wie Politikwissenschaft oder auch den European Studies und Cultural Engineering. Doch auch Mitglieder anderer Bereiche wie BWL und den Medienstudiengängen sind zahlreich vertreten. Das einzige was sie alle mitbringen müssen ist das Interesse an politischen Themen rund um Europa und der Welt.

/e-politik/: Woher kam eigentlich die Idee des Formats und warum gerade ein Symposium?

Lena Merkle: Als Vorbild diente das Heidelberger Symposium, das sich mittlerweile fest etabliert hat in der Heidelberger Kulturlandschaft. In dieser Form hat es das in Magdeburg bis 2014 noch nicht gegeben. Denn das wichtigste Grundprinzip ist, dass Studenten die Schwerpunkte selbst setzen und frei darüber entscheiden was überhaupt diskutiert werden sollen. Dieser Bottom – up Charakter ist unheimlich wichtig für uns. Außerdem hoffe wir auch wie in Heidelberg die ganze Stadt miteinbeziehen zu können. Die zentrale Lage der FH und der Uni in Magdeburg bieten günstige Ausgangspunkte.

/e-politik/: Studentische Diskussionsformate gibt es viele. Was unterscheidet das Magdeburger Symposium von anderen Veranstaltungen?

Lena Merkle: Die Workshops sind vorwiegend dafür da die Partizipation junger Menschen zu stärken, jedoch ist das Format transparent und nicht nur für Studenten geöffnet. Der Unterschied liegt darin, dass kein akademischer Diskurs stattfinden wird, sondern eine offene Diskussion. Da wir jedoch ein begrenztes Kontingent an Geldern und Platz haben wird die Teilnehmerzahl auf 120 beschränkt, trotzdem ist jeder interessierte Mensch dazu eingeladen sich bei uns anzumelden. Die Podiumsdiskussion am Sonntag ist für alle Interessierten geöffnet und findet im historischen Magdeburger Rathaus statt.

/e-politik/:Wo und wie können sich Interessierte darüber hinaus informieren und zum Symposium anmelden?

Lena Merkle: Die Anmeldungen erfolgen über unsere Website.
Weitere Infos können auch über unsere Facebook-Seite eingeholt werden.

Auf den Seiten stehen auch alle relevanten Fakten zu Datum, Ort, Zeit, Teilnahmebeitrag, Verpflegung und viele weitere interessante Dinge. Interessierte können sich jetzt auf unserer Website anmelden. Wir freuen uns auf ein Wochenende voller spannender Diskussionen. Einen Auftakt dazu bietet unsere Teaserdebatte am 05.05.2015. Im Fokus der Podiumsdiskussion steht das Thema Freihandel.

/e-politik.de/: Wir wünschen viel Erfolg und bedanken uns für das Gespräch.


Die Bildrechte liegen beim Symposium Magdeburg e.V.


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