WissensWerte: Fleisch und Nachhaltigkeit

Pferdelasagne, BSE und Veggiday. Der deutsche Fleischkonsum ist und bleibt ein kontroverses Thema. Von Jan Künzl

Screenshot 2014-03-24 13.06.44Jeder Deutsche konsumiert im Schnitt knapp 90 Kg Fleisch pro Jahr. Das ist zu viel und in vielerlei Hinsicht problematisch. Flächenverbrauch, Welternährung, Klimawandel, Tierrechte, Exportsubventionen, Umweltverschmutzung, Gesundheit – die industrielle Produktion von Fleisch ist in vielen Bereichen nicht nachhaltig.

Aber was genau sind die Probleme der industriellen Fleischproduktion? Was sind die globalen Auswirkungen? Und was kann dagegen getan werden? Dies sind die Fragen, denen der neue Clip der WissensWerte Reihe nachgeht.

Erstmals gibt es zu dem WissensWerte Film auch eine Unterrichtsvorlage. Sie kann hier heruntergeladen werden.

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Mehr Informationen zum WissensWerte Projekt gibt es hier.

 


Die Bildrechte liegen bei den Autoren.


 

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19 Kommentare auf “WissensWerte: Fleisch und Nachhaltigkeit

  1. Super Beitrag – aber leider ist er zu schnell gesprochen und geschnitten.
    Als jemand der in der Thematik steckt fiel es mir schwer dem Film zu folgen…
    Trotzdem ist es super, dass ihr so viel Information in dem Film untergebracht habt!!!
    Großes Lob – aber bitte nächstes Mal nicht so schnell!!!!

  2. Durchaus gelungener Film,als großer Rundumschlag in der Kürze unvermeidlich recht plakativ. Durch die Unterrichtsmaterialien ist aber denke ich eine gute Bearbeitung des Themas möglich.
    Bedauerlich finde ich die zu stark vereinfachte Gegenüberstellung Mastfabrik vs. Biobauer. So platt ist das objektiv falsch, da es ordentlich, nachhaltig und relativ tierfreundlich arbeitende Bauern gibt, die keine Bio-Zertifizierung haben.
    Für diese ist der Film eine Beleidigung, und er ist dadurch auch angreifbar. Bei etwas sorgfältigerer Wortwahl wäre das vermeidbar gewesen Z.B. kann man die drei Buchstaben „oft“ zu verwenden (auch „meist“ hat nur fünf), wenn von tierunwürdigen Mastmethoden und Über-Medikamentierung die Rede ist.
    Trotzdem gratuliere ich zu dem Filmchen!

  3. Einige vermeintlichen Zusammenhänge sind aber arg an den Haaren herbei gezogen!?
    Deutschland hat z.B. Wasser im Überfluss – im Gegensatz zu Dritt- und Schwellenländern. Daher schont unser Nahrungsmittelreport dortige Ressourcen. Mal abgesehen davon, dass Sie vergessen, zwischen grünem, grauem und blauem Wasser zu unterscheiden.
    Bzgl. der Unterstellung der Nitratbelastung in viehdichten DEUTSCHEN Regionen lesen Sie bitte hier nach: http://www.keckl.de/texte/Verwirrung%20Grundwassser%20und%20Nitrat.pdf
    Im Regenwald wächst kein Soja! Die Viehhaltung wird aber aufgrund des Sojaanbaus in Waldgebiete ausgedehnt. Einem Sojaanbau aufgrund der steigenden Nachfrage nach regenerativer Energie (durch die Industrienationen). Nutznießer ist das liebe Vieh, das die Rückstände aus der Ölherstellung – die sog. Extraktionsschrote – Ressourcen schonend über den Magen veredelt (zumindest in Deutschland mit seinen 5,5 Mio. Tonnen Importen (Welternte an Soja: 269 Mio Tonnen).
    Die Treibhausgasemissionen aus der Landwirtschaft mit dem Mobilitätssektor zu vergleichen ist dreist. Während in der Tierhaltung regenerative Energien in Form von einjährigen Futterpflanzen eingesetzt werden (wird vom UBA für Kleinfeuerungsanlagen übrigens beworben!) nutzt der Mobiliätssektor fossile Energien. Auch der Zusammenhang zwischen unserem Fleischverzehr und dem Hunger auf der Dritten Welt ist so wie von Ihnen dargestellt nicht korrekt. Zum einen weil auf freiwerdenden Futterflächen (, die im Rahmen des üblichen Fruchtfolgewechsels nun mal nicht immer nur Gemüse- und Weizenanbau zulassen,) natürlich auch Dünger und Pestizide ausgebracht werden, wenn Pflanzen für die menschliche Ernährung angebaut werden – und das im weitaus größerem Umfang, als für Futterpflanzen (siehe pdf-Datei oben), sondern auch weil Deutschland kaum Weizen und andere Rohwaren von diesen Flächen exportieren kann. Dafür sind unsere Bauern zu teuer und damit nicht wettbewerbsfähig auf dem Weltmarkt. Daher sterben bei uns auch immer mehr Biobetriebe und Bioimporte nehmen zu! Ein Teufelskreis!
    Bzgl. Ihrer Unterstellung zu den Marktbeeinflussenden Exporten von Hähnchenschenkeln sollten Sie sich bitte diesen Artikel in Ruhe durchlesen: http://keckl.de/ (dort Kritik an „Brot für die Welt“). Vor dem Hintergrund Ihrer Kritik bekommt eine Pressemeldung der Verbraucherzentrale Hamburg eine ganz neue Bedeutung: was denn nu? Nebenprodukte (dazu gehört auch Separatorenfleisch für die Geflügelwurst!) in Deutschland verzehren oder wegwerfen? http://www.vzhh.de/ernaehrung/326977/wo-gibts-noch-separatorenfleisch.aspx

    Insgesamt ein zu Klischee behafteter Film, der für den Unterricht nicht geeignet ist, zumal die Gemüseimporte bei uns in den letzten Jahren um 25 Prozent gestiegen sind, während der Fleischverzehr im selben Zeitraum um 1,3 Prozent gesunken ist (http://www.keckl.de/texte/Missbrauchte%20Statistik.pdf). Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

    Übrigens, es ist ein Mythos, dass in Deutschland Fleisch besonders „billig“ ist. Nach Auswertungen des Europäische Amtes für Statistik (Eurostat) ist es in Deutschland sogar besonders teuer. Im Mittel müssen deutsche Verbraucher rd. 28 Prozent mehr für Fleisch ausgeben, als der europäische „Durchschnittsverbraucher“ (Quelle: http://epp.eurostat.ec.europa.eu/cache/ITY_PUBLIC/2-21062013-AP/DE/2-21062013-AP-DE.PDF)

  4. Lieber Autor, haben Sie sich mal ernsthaft Gedanken darüber gemacht, dass, wenn man diesen Film tatsächlich im Unterricht zeigen sollte, auch Kinder von Landwirten mit im Klassenraum sitzen könnten? Wie bitteschön sollen diese Kinder diesen Film ohne Schaden an Leib und Gemüt überstehen? Und wie wollen Sie sie anschließend vor Mobbing schützen? Haben Sie mal daran gedacht, dass Sie in diesem Film über Menschen und deren Arbeit reden und nicht über irgendeine unpersönliche Industrie? Als Erwachsener bin ich schon völlig fassungslos angesichts dieser Ansammlung von Vorurteilen und Halbwahrheiten – ein Kind hat nicht so ein dickes Fell.

  5. Zum Beitrag Nr 3:
    Leider wird durchaus massiv Regenwald für Sojafelder gerodet. Ich habe das selber bei Santarém, Brasilien, gesehen. Die Felder liegen zwischen dem Rio Amazonas und dem Nationalpark von Amazonien, also direkt im Herzen des größten Regenwaldgebietes der Welt Im dortigen Hafen wird es in einer speziellen Verladesatation der Fa. Cargill auf Hochseefrachter verladen und in Richtung Europa und China verschifft.

  6. Zu 6. „Was stimmt denn jetzt?“ – genau das ist der springende Punkt. So lange ich als Verbraucherin keinen Durchblick habe, ob Regenwald für Soja gerodet wird oder nicht, ob lokale Märkte für Hühnerfleisch in Afrika zerstört werden oder nicht; ob Tiere mit Antibiotika „gesund“ gespritzt werden oder nicht, halte ich es für mehr als angebracht, den Inhalt unserer Tiefkühltruhen kritisch zu hinterfragen und kontrovers zu diskutieren. Im Internet wie im Klassenzimmer. Und auch dann, wenn die Kinder von Landwirten im Klassenzimmer sitzen (zu Kommentar 4). Die mögen vielleicht kein dickes Fell haben, aber sicherlich eine Meinung. Die Diskussionsleitung ist dann Sache des kompetenten Lehrpersonals. Das ist allemal besser als schweigend zu essen, was auf den Tisch kommt.

  7. @Nona Schulte-Römer: Kontrovers diskutieren finde ich großartig, wenn „kontrovers“ heißt, dass man zum einen mit offenen Karten spielt, und zum anderen alle Meinungen gleichberechtigt genannt und diskutiert werden. Und genau das ist in diesem Filmchen nicht der Fall. Ein Satz wie „Die Lebensbedingungen sind für die Tiere unwürdig und für uns, wenn man es genauer betrachtet, ganz und gar nicht lecker.“ (siehe Unterrichtsvorlage) ist ein Schlag ins Gesicht für jeden anständigen Landwirt (und das ist die deutliche Mehrheit). Es geht in diesem Film einfach nur darum, die konventionelle Tierhaltung in die Pfanne zu hauen. Und deswegen halte ich es für unverantwortlich, ihn Kindern zu zeigen. Ich als Erwachsener bekomme kaum Luft angesichts der geballten Ladung an Beleidigungen: „Konventionellen Mastanlagen sind Fabriken, die mit dem natürlichen Lebensraum der Tiere nichts mehr zu tun haben.“ – Schon mal einen Stall von innen gesehen? „Auch der Dünger von den Futterfeldern gelangt ins Wasser.“ – Hallo, es gibt eine Düngeverordnung: alles wird analysiert und dokumentiert. „Sie [die Biobauern, Anm. d. Red.] dürfen nur so viele Tiere halten, wie die Umwelt verträgt.“ – Auch konventionelle Landwirte haushalten nachhaltig!

  8. Wenn ich mir diese Seite mal so anschaue und mir dann überlege, dass hier Unterrichtsvorlagen angeboten werden stellt sich mir die Frage wer diese Form der Propaganda veranlasst hat! Unsere Kinder sollten in der Schule und im gesamten Leben die Chance erhalten ihre Meinung frei zu bilden und nicht Opfer derartiger Hetzreden werden. Das ist echt sehr erschreckend!!

  9. Seit wann ist denn die Aufzählung und Darstellung von Fakten Propaganda? Propaganda ist, was uns u.a. der Bauernverband weiß machen will: Das die Landwirtschaft gesunde, gute Produkte erzeugt und die Kulturlandschaft erhält. Dabei täuscht er die eigenen Mitglieder die wie Lemminge der Propaganda hinterherlaufen. Die Ergebnisse dieser jahrzehntelangen Praxis kann man sehen wenn man aus den Städten herausfährt: Leergeräumte Natur mit riesigen Monokulturen. Je nach Jahreszeit stinkt es nach Gülle oder irgendwelchen chemischen Stoffen. Kühe, Schweine oder sonstige typische „Nutztiere“ sieht man so gut wie garnicht mehr. Dafür immer mehr fensterlose, riesige lange Gebäude in denen Hühner, Schweine & Co im Schnellverfahren schlachtreif gezogen werden. Aber klar, wer seinen Hof nicht verlieren will und in den vergangenen Jahrzehnten immer den Empfehlungen der Agrarindustrielobby gefolgt ist hat sich von denen so abhängig gemacht, daß er/sie alles versucht um die Entscheidungen von damals nicht in Zweifel ziehen zu müssen. Und so dreht sich das Karaussel immer weiter und die Einsicht etwas ändern zu müssen – hin zu ökologischer Landwirtschft – wird für die meisten Bauern eine immer größere Hürde über die sie sich nicht drübertrauen.

  10. Wie sehr dieses Thema doch immer wieder die Emotionen hochkochen lässt…
    Und interessant zu sehen, wie schnell die Lobby der konventionellen Landwirtschaft parat steht, um mit allerlei Argumenten zu belegen, dass die Kritik an der industrialisierten Landwirtschaft nicht stimmt. Das ist so ähnlich wie bei den Bezweiflern des Klimawandels: Da werden dann die im Promillebereich liegenden Publikationen, die den menschengemachten Klimawandel anzweiflen, gebetsmühlenartig zitiert und versucht, einzelne Aspekte mit Argumenten zu widerlegen, die wiederum nur einzelne Aspekte beleuchten und in ihrer Gesamtheit betrachtet einfach nicht stimmen.
    Wie z.B. dieses Argument von Kommentar 3:
    „Die Treibhausgasemissionen aus der Landwirtschaft mit dem Mobilitätssektor zu vergleichen ist dreist. Während in der Tierhaltung regenerative Energien in Form von einjährigen Futterpflanzen eingesetzt werden (wird vom UBA für Kleinfeuerungsanlagen übrigens beworben!) nutzt der Mobiliätssektor fossile Energien.“
    Die Landwirtschaft nutzt also keine fossilen Energien? Traktoren fahren mit Wasserstoff und die Düngerproduktion braucht natürlich auch überhaupt kein Rohöl… Und die Landnutzungsänderung (Wald wird zu Weideland und Weideland zu Feldern, die noch weniger CO2 speichern können) verursacht nur marginale Treibhausgasemissionen…
    Wieso wird dieses System, das seine eigenen Grundlagen (und letztlich uns) zerstört, so massiv verteidigt? Wer will das überhaupt ernsthaft erhalten? Selbst die meisten Bäuerinnen und Bauern wollen das doch nicht und sind Sklaven des Systems, in das sie hineingetrieben wurden.
    Ich würde mich freuen, wenn sich die Landwirtschaftslobby mit genauso viel Eifer dafür einsetzen würde, dass ökologischer Landbau zum Standard wird und die Menschen dafür sensibilisiert werden, dass gutes Essen nicht immer billiger werden kann. Faire Preise für Produkte aus ökologischem Landbau – dafür lohnt es sich wirklich, zu kämpfen!
    PS: Die solidarische Landwirtschaft (http://www.solidarische-landwirtschaft.org) bietet da einen guten Lösungsansatz!

  11. zu 11. Dieser Clip ist ein reiner Propagandafilm gegen die moderne Landwirtschaft. Warum wird jedes fachliche Agrument sofort mit der Lobbyismus-Keule bekämpft? Ich frage mich immer, ob solche Ideologen wirklich glauben, was sie so alles von sich geben, ob sie schon mal einen Stall von innen gesehen haben, ob sie rechnen können und die Gesetze, die für alle gelten, auch nur ansatzweise kennen? Ja, Traktoren fahren überwiegend mit fossilen Brennstoffen. Auch beim Biobauern! Wie viel Promille des Gesamtenergieeinsatzes der Futtererzeugung sind das? Ökolandwirtschaft benötigt für die Erzeugung einer Produktmenge X deutlich mehr Fläche als die konventionelle Landwirtschaft! Das soll aber nachhaltig sein? Vom Standpunkt des satten Bauches aus kann man sich das schönrechnen. Wohl dem, der keine anderen Feindbilder hat. Wer hier wem was in die Tasche lügt ist für einen Fachmann leicht ersichtlich, für den Laien leider nicht. Und Kindern so etwas im Unterricht anzubieten ist unverantwortbar!!!

  12. zu 12: Machen Sie es sich nicht etwas zu leicht damit, zu behaupten, dass alle, die für eine ökologische Landwirtschaft sind, keine Ahnung haben, nicht rechnen können und noch nie einen Stall von innen gesehen haben? Prima Argumentation, ohne jegliche Grundlage… Ich bin in einem Dorf aufgewachsen, in dem es vor 30 Jahren noch etwa 10 Höfe gab, z.T. schon nur noch Nebenerwerbslandwirtschaft. Wie vleie sind davon übrig geblieben? Genau ein Hof. Tolle Agrarpolitik, die das Höfesterben fördert!
    Und gerade für die Menschen, deren Bäuche nicht satt sind – für die Sie in Ihrer Argumentation die Bresche schlagen wollen – wäre eine kleinbäuerliche, ökologische Landwirtschaft überlebenswichtig. Zum einen, weil die (sub-)tropischen Böden sehr viel schneller degardieren durch industrielle Landwirtschaft – da bringt es reichlich wenig, wenn ich intensiv bewirtschafte und nach ein paar Jahren aus den Feldern gar nichts mehr herauszuholen ist. Natürlich müssen die Bewirtschaftungs-, Verarbeitungs- und Lagerungsmethoden in vielen Ländern noch effizienter werden – aber nicht auf Kosten der Böden und der kleinbäuerlichen Strukturen. Und große Monokulturen von Soja und anderen cash crops in der Hand von Großgrundbesitzern und Agrarmultis bringen rein gar nichts für die Ernährungssicherung der Menschen vor Ort. Im Gegenteil, sie nehmen den Kleinbauern ihr Land und sorgen oft genug noch dazu für Gesundheitsprobleme durch die chemische Belastung von Boden, Luft und Wasser.
    Als Lektüre empfehle ich den Weltagrarbericht: http://www.weltagrarbericht.de/
    Ich gehe davon aus, dass es sich bei den über 400 Wissenschaftler/innen, die den Bericht verfasst haben, nicht um Laien handelt und sie durchaus rechnen können…

  13. Also ich kann mich nicht erinnern, pauschal etwas gegen die Ökolandwirtschaft gesagt zu haben. Ich habe allerdings entschieden etwas gegen Ideologen, die unseren Kindern Standpunkte einpauken wollen. Den ganzen Quatsch hier auseinanderzunehmen wäre wohl etwas müßig, ich möchte mich deshalb auf ein Beispiel aus dem sogenannten Unterrichtsmaterial beschränken.

    „Damit die Tiere die wir essen wollen, schnell wachsen, kriegen sie Kraftfutter, meist Soja aus Lateinamerika von riesigen Farmen. Dafür wird Regenwald abgeholzt; …“

    Welche Tiere, was ist Kraftfutter, was ist Soja?

    Richtig wäre: Geflügel und Schweine erhalten vorwiegend, Rinder teilweise Kraftfutter, welches oft einen Teil (5 bis 25 %) Sojaextraktionsschrot enthält.

    Das ist einerseits für eine artgerechte Ernährung der Tiere notwendig, denn Sojaextraktionsschrot enthält viel Eiweiß mit einer hohen biologischen Wertigkeit. Diese wird durch den Gehalt an essentiellen Aminosäuren – allen voran Lysin – bestimmt. Richtig ist, dass die Tiere durch diese ausgewogene Ernährung schneller wachsen im Vergleich zu einer einseitigen Mangelernährung mit allein einheimischem Getreide und Eiweißpflanzen, die noch dazu aus verschiedenen Gründen allerlei Fütterungsrestriktionen unterliegen. So ist das leider gerade im ökologischen Landbau der Fall, da hier keine Eiweißträger aus konventioneller Produktion eingesetzt werden dürfen und die Alternativen fehlen. Nicht umsonst bemühen sich gerade Ökobauern, Soja auch in Deutschland anzubauen – bislang mit geringem Erfolg. Vor der BSE-Kriese übrigens wurde anstelle von Sojaextraktionsschrot teilweise Tiermehl verfüttert. Tiermehl enthält noch mehr essentielle Aminosäuren, so dass eine kleinere Menge zum Rationsabgleich ausgereicht hat. Da Schweine und Geflügel von Natur aus Allesfresser sind, war diese Kraftfutterbeimengung eine durchaus sinnvolle Ressourcenverwertung. Nur im Rinderfutter hat sie nichts zu suchen. Leider werfen wir durch das fachlich umstrittene Verfütterungsverbot diese Ressource seit dem weg!

    Andererseits ist Sojaextraktionsschrot nicht die Bohne, sondern ein Nebenprodukt der Ölindustrie. Soja wird angebaut, um den nachwachsenden Rohstoff Bioöl zu erzeugen. Was nach der Extraktion übrig bleibt, ist der sogenannte Sojaextraktionsschrot. Über Sinn und Unsinn der Bioölproduktion könnte man sich sicher auch trefflich streiten, dass ist aber ein anderes Thema.

    Die weltweite Nachfrage nach allen und vor allem veredelten Agrarprodukten steigt mit der zunehmenden Weltbevölkerung sowie dem zunehmenden Wohlstand auch in ehemaligen Drittweltländern. Dem gegenüber sinkt in den entwickelten Ländern die verfügbare Agrarfläche, zum Beispiel durch Straßen- und Siedlungsbau. In Deutschland allein gehen dadurch jährlich etwa 40.000 ha Fläche verloren. Hinzu kommt nun wieder eine eu-politisch gewollte Stilllegungsverordnung. Sie wollen Solidarische Landwirtschaft? Geringere Erträge je ha? Bitte tun sie dass, aber verkaufen Sie das nicht als Leitbild zur Welternährung! Auch das reduziert die produzierte Menge. Nach der einfachen „gut – böse – Logik“ des BUND könnte ich jetzt versuchen, Ihnen den Schwarzen Peter unterzujubeln, aber ich möchte mich nicht auf dieses unsachliche Niveau herablassen.

    Fazit: Der Rückgang an landwirtschaftlicher Produktionsfläche führt bei gleichzeitig steigender Nachfrage zur Erschließung neuer Agrarflächen. Dafür muss leider auch ökologisch wichtiger Regenwald herhalten. Und das ändern wir nicht, indem wir unsere Kinder zu schuldbewussten Bio-Veganern umerziehen, dazu sind zu aller erst die Regierungen der betroffenen Staaten verantwortlich.

  14. Die geballte Information mit sehr anaschaulicher Grafik erfordert eine intensive Auseinandersetzung mit den Inhalten der Clips. Lernen funktioniert ja ohnehin nur auf diesm Weg nachhaltig 🙂

    Ideen dazu findet ihr bei http://www.dischba.de (Die digitale Schulbank)

    – Schlüsselwörter aus den Sprechertexten heraushören und notieren
    – Schlüsselbilder aus den Clips herausschneiden und sammeln
    – Schlüsselwörter bei Bedarf nachschlagen (z.B. Wikipedia)
    – Schlüsselbilder zur Restrukturierung des Inhalts verwenden
    – am Ende kurz die wichtigsten Ergebnisse vorstellen bzw. vergleichen
    – … und auch die Inhalte kritisch Werten

    Beispiele gibt es dafür bei Dischba mit der Schul-Software Smartnotebook.

    Herzlichen Dank für die motivierenden Clips!

  15. Also ich bin ein junger Landwirt (Rindermast) und kann bei vielen „Fakten“ die in diesem Film genannt werden nur den Kopf schütteln:
    1. 1 kg Rindfleisch soll 15000 Liter Wasser verbrauchen?!?
    Ich kann jeden Menschen versichern das kein Rindfleischerzeuger in Deutschland seine Flächen für die Futterpflanzen bewässert, alles was das Rind frisst wächst ohne Bewässerung auf diesen Flächen und wo soll das Wasser hin?? Es fließt sicherlich nicht zu den 1,1 Milliarden Menschen ohne Trinkwasserversorgung, sondern versickert einfach im Boden, bzw. dass Gras auf den Wiesen wächst so oder so; Oder wollt ihr das etwa auch Essen??
    Im Gegensatz dazu möchte ich die „Gesunde“ Vegetarische Produktion von Gemüse hervorheben wo in Spanien in Quadratkilometergroßen Gewächshäusern auf Künstlichen Böden unter Nitratlösungen und KÜNSTLICHER BEWÄSSERUNG Tomaten und anderes Gemüse produziert wird!! Davon ist aber nicht die Rede.
    2. Die Nitratbelastung
    Nur so viel: In Deutschland muss man als Landwirt eine Düngebilanz erstellen. Hierbei darf die Stickstoffzufuhr (Nitrat) pro Hektar Ackerland nicht über 170 kg/ha Ackerland nicht übertragen. Außerdem muss man die Gehalte der Gülle genauestens untersuchen und das ist nur ein kleiner Teil.
    3. Das Kraftfutter
    Im Film heißt es: „… die Tiere damit sie schnell wachsen Kraftfutter, meist Sojaschrot“
    Fakt ist Rinder fressen in Deutschland meist Mais- und Grassilage. Nur ein geringer Teil ist Kraftfutter und davon ist das meiste heimischer Gersten- und Maisschrot. Nur ca. 1 kg ist als „Eiweißergänzungsfutter“ (von 25 kg Gesamtration) Sojaschort!!! Welches aber als Eiweißfutter in der extensiven Rindermast essenziell ist, da man sonst nicht wirtschaftlich produzieren kann!!
    Wir halten fest: deutsche Rinder fressen: 22 kg Raufutter (Mais- und Grassilage), 2 kg Heimische Kraftfuttermittel (Gersten- und Maisschrot) und 1 kg Sojaschort (wobei hier bei uns 50 % durch Rapsschrot ersetzt werden)
    Im Gegensatz zu den Rindern aus den USA welche aus einen Reinen Gemisch aus Soja- und Maisschrot gefüttert werden klingt das doch richtig ökologisch oder etwa nicht??
    4. Der CO²-Verbrauch von Rindern
    Es wird immer nur der Verbrauch (Teils an den Haaren herbeigezogen Argumenten) geschildert.
    An das CO² das das Raufutter (22 kg/Tier/Tag) im Wachstum gebunden wird, wird nirgends erwähnt!! Ich möchte nur mal wissen, wie die Bilanz aussehen würde, würde man dies mit einbeziehen!!!
    Auch finde ich es traurig das die „armen Rinder“ für die Klimaerwärmung als Sündenbock herangezogen werden, anstatt man sich mal an die eigene Nase zu fassen, weil das jeder Durchschnittsbürger in Deutschland beinahe 2 Mal im Jahr in den Urlaub sonst wohin fliegt oder ein Auto mit 200 PS welches 10 Liter Benzin auf 100 Kilometer verbraucht ist anscheinend völlig ok und normal!!

    Also mein persönliches Fazit zu diesem Thema ist:
    Man kann über seinen täglichen Fleischverbrauch nachdenken und es ist sicherlich sinnvoll diesen zu reduzieren, ob man ganz ohne Fleisch auskommt wage ich zu bezweifeln!!
    Zum Rindfleisch: Es ist ein Top Produkt das seit Jahren von den Medien mit haarsträubenden Argumenten durch den Dreck gezogen wurde!! Fakt ist aus Rindfleisch kann man beste Speisen und Gerichte zaubern OHNE die Zugabe von Geschmacksverstärken, wie es beispielsweise bei Putenfleisch oft der Fall ist.
    Und wenn Rindfleisch dann Deutsches, am besten aus der Region von einem Landwirt den man kennt!!
    Ich liebe meine Tiere und passe immer auf das es ihnen gut geht deswegen fühle ich mich nicht als ein Massenproduzent der Agrarindustrie!! Sie stehen in einem Stall auf Einstreu und ich glaube sie fühlen sich dort auch wohl!! Ich kann mein/e Produkt/Tiere mit gutem Gewissen an den Verbraucher weitergeben, da ich der Überzeugung bin das Sie Artgerecht und Ökologisch gehalten wurden!!

  16. Vielen Dank für diese super Produktion: Verständlich für jeden, der sich nicht der Wahrheit krampfhaft verschliesst. Witzig-freundlich-hilfreich gesprochen und bestens bebildert. Top. Gratulation. Weiter so!

  17. Fundstück von heute auf der Facebook-Seite des Bauernverbandes Schleswig-Holstein (https://www.facebook.com/BauernverbandSchleswigHolstein):

    ‚ Werner Schwarz (Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes, Anm. d. Red.) auf der Bundestagung des VLF zum Thema gesellschaftlicher Akzeptanz:

    „Vor kurzem hörte ich, wie in einer Schule im Süden Schleswig-Holsteins ein Film über Landwirtschaft gezeigt wurde. Darin wurden unter anderem Bilder von der Schlachtung und einer industriellen Tierhaltung dargestellt, wie sie bei uns nicht zu Hause ist. Der Film wurde nicht diskutiert, die Schüler kommentarlos entlassen. Landwirtskinder wurden von Schulkollegen daraufhin beschimpft. Die Beschwerde der Eltern prallte an der Lehrerin ab.

    Mehr und mehr drängt sich der Eindruck auf, dass wir an einer Weggabelung stehen, wenn es um die Akzeptanz unserer heutigen Landwirtschaft geht. Vielleicht ist diese Weggabelung aber auch eine Kehrtwende und bedeutet, dass man uns zurück ins vorige Jahrhundert schicken will.

    Leider scheint es, dass man die Landwirtschaft bei dieser Entscheidung gar nicht mehr direkt einbeziehen oder fragen möchte. Auch in der Politik entdecken wir diese Tendenzen mit großer Deutlichkeit.

    Trotz all der Kritik an großen Strukturen bleibt uns gar nichts anderes übrig, als in diese hineinzuwachsen – sei es das Thema Produktionskosten aber auch Produktionseffizienz und nicht zuletzt die Erfüllung gesellschaftlicher Anforderungen in Bezug auf professionelle Tierbetreuung, Naturschutz und Energieerzeugung.“ ‚

    Meine Meinung dazu: Es geht nicht, dass Bevölkerungsgruppen aufgrund ihrer Profession systematisch ausgegrenzt werden, um eigene politische Interessen durchzusetzen. Michel Friedman hat Ende Mai in „Hart aber fair“ gesagt: „Ich halte das im Rahmen eines demokratisch politischen Diskurses für eine der destruktivsten politischen Szenarien, die Parteien machen können, – ob das jetzt rechts oder links ist, ist mir dabei egal: Ich finde, man macht keine Politik mit Ängsten der Leute auf Kosten anderer Menschen.“ Genau das machen die Grünen mit den Landwirten! Und sie stimmen sich mit Greenpeace, BUND und Co ab, um ihre Propaganda zu koordinieren. Und in dieses Raster gehört auch der obige Film.

  18. Ein guter Schritt in die richtige Richtung!
    Der Film beleuchtet das Problem unter verschiedenen Aspekten und bietet sehr viele wichtige Infos und Gesprächsanlässe.
    Die ethische Seite des Fleischkonsums wird angesprochen, sollte aber im Hinblick auf die Sicht des Umgangs mit Tieren und der Frage nach deren Rechten auf ein unversehrtes Leben ohne Leid stärker behandelt werden. Profitgier der Konzerne und das Überleben der Tierausbeutungsindustrie dürfen nicht über dem Wohl empfindender Lebewesen stehen!
    Was komplett fehlt, ist zumindest die MÖGLICHKEIT, das Fleischessen – oder besser noch den Konsum tierischer Produkte insgesamt – ganz zu lassen. Inzwischen gibt es eine ganze Reihe von Veganern, die vorleben, wie gut dies geht – sogar Hochleistungssportler.
    Ein Hinweis auf die „Vegan Taste Week“ der Albert-Schweitzer-Stiftung wäre hier angebracht.
    A. Nucklies

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