Dossier: Berlinale 2012

Vom 09. bis zum 19. Februar 2012 finden in Berlin die 62. Internationalen Filmfestspiele statt. Auch dieses Jahr berichtet /e-politik.de/ wieder ausführlich von der Berlinale. In diesem Dossierüberblick finden Sie alle bisher erschienenen Beiträge. Von Konrad Kögler

Sehenswertes aus Iran und von den Philippinen (21.02.2012)

Ang Babae sa septic tank (was Die Frau in der Klärgrube bedeutet und einen in Cannes sehr erfolgreichen Filmtitel persifliert) von den Philippinen ist eine intelligente Satire auf die Mechanismen internationaler Filmfestivals. Kritik und Publikum in den westlichen Metropolen sind oft sehr angetan von ausführlichen Schilderungen des Elends in exotischen Regionen. Kinderarbeit, Prostitution, Slums: Das sind die Themen, mit denen politisch ambitionierte Filme punkten wollen. Solche Werke, die vor allem nach Aufmerksamkeit heischen, aber künstlerisch uninteressant sind, also reines Wohlfühlprogramm für ein aufgeklärtes Publikum, gibt es auch traditionell im Berlinale-Wettbewerb zu sehen.

Düsteres Kammerspiel am Polarkreis: Gnade (21.02.2012)

Im Wettbewerb um den Goldenen Bären war Gnade von Matthias Glasner einer der spannenderen Beiträge. Birgit Minichmayr und Jürgen Vogel, die den Film mit ihren eindringlichen schauspielerischen Leistungen tragen, verschlägt es als Paar in die Polarnacht von Hammerfest, im Norden Norwegens. Minichmayr spielt Maria, die ihrem Mann Niels, einem Ingenieur, folgte und dort in einem Hospiz arbeitet. Nach einer Doppelschicht fährt sie übermüdet nach Hause, hört auf freier Strecke einen dumpfen Schlag und fährt in Panik einfach weiter.

Publikumsfavorit: Parada aus Serbien (21.02.2012)

Der Publikumsliebling der Berlinale war ein hochpolitischer und zugleich sehr komischer Beitrag aus Serbien. Parada von Srdjan Dragojevic geht schon im Vorspann die nationalistisch aufgeheizten Konflikte des Balkans mit Witz und Tempo an. In schneller Folge werden die Beschimpfungen eingeblendet, mit denen sich Kroaten, Serben, Kosovaren und bosnische Muslime gegenseitig bezeichnen.

Meryl Streep als Margaret Thatcher und eine böse Mediensatire (15.02.2012)

Ein Highlight der Berlinale war die Verleihung des Goldenen Ehrenbären an Hollywood-Star Meryl Streep. Mit einer beeindruckenden schauspielerischen Leistung glänzte sie bei der Gala-Vorstellung als The Iron Lady Margaret Thatcher. In dieser Rolle wird sie bald auch bundesweit in den Kinos zu sehen sein.

Words of Witness: Sehenswerste Dokumentation aus Kairo (13.02.2012)

Der Schwerpunkt der aktuellen Dokumentarfilmreihe 2012 liegt auf dem Arabischen Frühling. Besonders gut wird die Euphorie nach Mubaraks Sturz, aber auch die große Unsicherheit im schwierigen Transitionsprozess in Words of witness eingefangen.

Sarah Palin jagt Mond-Nazis, Spanien bewältigt Traumata (12.02.2012)

An diesem Wochenende stachen zwei Filme aus dem unübersichtlichen Mittelmaß heraus: Im Wettbewerb war ein überraschend starker Beitrag aus Spanien zu sehen, den vorher wohl kaum jemand auf der Rechnung hatte. Antonio Chacarrías gelang mit Dictado ein raffiniert konstruierter Psycho-Thriller. Der junge Lehrer Daniel lebt harmonisch mit seiner Frau María zusammen, bis die Idylle immer wieder von Traumsequenzen und Rückblenden durchbrochen wird. Traumata aus der Kindheit und Schuldfragen werden verhandelt und geschickt in die Dramaturgie eingebaut, die sich um die wahre Identität des Pflegekindes von Daniel und María dreht.

The Reluctant Revolutionary im Arabischen Frühling (11.02.2012)

Seit Jahren hatte der Jemen ein denkbar schlechtes Image. Sean MacAllister wollte im Auftrag der BBC über Kais berichten, der als Hotelbesitzer und Reiseführer unter den instabilen Verhältnissen besonders leidet. Die Aufnahmen in McAllisters Dokumentation The Reluctant Revolutionary zeigen eine reizvolle Gebirgslandschaft, die dazu prädestiniert wäre, Besucher anzulocken.

Die Eröffnungsfilme (10.02.2012)

Zur Eröffnung des Berlinale-Wettbewerbs wurde gestern der französische Beitrag Les Adieux à la Reine gezeigt, der den Spagat zwischen historischem Kostümfilm und politischem Revolutionsdrama wagt.

Film ab! Die 62. Berlinale wird eröffnet – Editorial (08.02.2012)

Typisch für die Berlinale ist Schmuddelwetter mit Matsch, Schneeregen und Triefnasen. Wahrscheinlich wird es auch gegen Ende des 10-tägigen Festivals bei der 62. Ausgabe der Internationalen Filmfestspiele vom 9.-19. Februar wieder so sein. Aktuell hat die sibirische Kaltluft Berlin mit zweistelligen Minusgraden fest im Griff. Man darf aber umso mehr gespannt sein, wie viele Hollywood-Diven es wagen, im Abendkleid der Kälte zu trotzen und über den roten Teppich zu flanieren.


Die Bildrechte liegen bei der Pressestelle der Internationalen Filmfestspiele Berlin.


Lesen Sie mehr bei /e-politik.de/:

Berlinale 2011

Schwarz, grün, grau

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.