WissensWerte: Migration

In der Reihe WissensWerte – Animationsclips zur politischen Bildung ist der achte Clip erschienen. Er beschäftigt sich mit dem Thema Migration. Von Jan Künzl und Jörn Barkemeyer

Die Debatte um das Thema Migration kocht in regelmäßigen Abständen hoch. Die Auseinandersetzungen um Themen wie Kopftuch, Integration, Zwangsehen, Ehrenmorde, Ausländerkriminalität oder Überfremdung werden teilweise mit hysterischem Unterton und selten sachlich geführt.

Auf politischer Ebene hat dies weitreichende Folgen von Wahlsiegen rechtspopulistischer Parteien bis hin zur immer stärkeren Abschottung der Festung Europa, etwa durch die europäische Grenzagentur Frontex.

Aber was genau ist eigentlich Migration? Wie entsteht sie? Wo liegen Probleme und Chancen? Diesen Fragen geht der achte Clip in der WissensWerte-Reihe nach.

Zusätzlich zu dem Animationsclip ist in der WissensWerte Reihe eine interaktive Infografik zum Thema Migration erschienen.

Außerdem gibt es begleitendes Unterrichtsmaterial ab Klassenstufe 9.

Mehr Informationen zum Projekt finden Sie hier.


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6 Kommentare auf “WissensWerte: Migration

  1. Woher kommt der Eindruck? Das Video ist -wie im Abspann kenntlich gemacht- von der Schweizer „Stiftung Bevölkerung, Migration, Umwelt“ und dem Förderprogramm „Miteinander Gestalten“ der Aktion Mensch gefördert.

  2. Alles zu Migration in einen Clip packen wollen, ist problematisch

    3 kurze Hinweise:
    – Asylrecht wird auf Kriegsflüchtlinge eingeschränkt – Flucht vor politischer Verfolgung sollte vorkommen,
    – Ausbeutung von (illegalen) Migranten in den Zielländern wird nicht einmal erwähnt,
    – die Präsentation von Statistiken von Aufnahmeländern ist überhaupt nicht aussagekräftig – was sagen Zahlen?

  3. Der Beitrag ist in einem solchem Maße ideologisiert, dass einem schlecht werden will. Dabei möchte ich gar nicht erst auf grobe Fehler eingehen, die schon an sich das hier waltende eurozentrische Weltbild der Autoren belegen (wie etwa die hier dargestellte Besiedlung Amerikas. War wohl niemand da, der von den europäischen „Migranten“ in einem beispielslosen Völkermord hätte niedergemacht werden können?). Viel schlimmer erscheint nämlich der Tenor an sich. Worte wie „Überfremdung“ werden beispielsweise unkritisch übernommen. (Das sollte man SPON überlassen, denen es auch Spaß macht, auch Begriffe wieder aufleben zu lassen, von denen man meinte, dass man sie spätestens nach den Nazis aus dem Wortschatz gebannt hätte.) Im Mantel angeblicher Objektivität werden aber hier Kategorien und Sichtweisen als allgemeingültig verkauft, ohne auch nur mal kurz zu überlegen, welche Interessensgruppen sich hinter diesem „man nimmt war/ man denkt / man betrachtet“ stecken. „Man“ sieht Migration mittlerweile als Sicherheitsproblem? Ja, wer denn? Mauern bauen sich nicht von alleine.

    Ein Video über aktuelle „Migration“ zu machen, ohne auch nur ansatzweise die Ausbeutung der „Herkunftsländer“ durch die reichen Ländern des Nordens (nicht nur die hier in seltsamer Weise umgedeutete Plünderung und Vergewaltigung Amerikas) als einen möglichen Grund anzuführen (anstatt Armut, Kriege etc. als Naturphänomene darzustellen) wäre das Mindeste, was man eigentlich erwartet. Dies nicht zu tun ist bestenfalls naiv, schlimmstenfalls zynisch. Daher ist auch der Eindruck der Leserin verständlich, das Video als Propagandavideo der EU einzustufen. Aber offenbar hat „man“ mittlerweile diese in einem solchen Maße verinnerlicht, als dass „man“ sie nur nachzubrabbeln versteht.

    PS: Ein ß als Großbuchstabe in GROSSBRITANNIEN gibt es nicht.

  4. Im Großen und Ganzen finde ich das Video ganz ok. Ich habe jedoch folgende, m.M. entscheidende Punkte vermisst:
    * ökonomische Vorteile von Migration für die Aufnahmeländer: Es wird lediglich von den Geldüberweisungen in die Herkunftsländern gesprochen. Es gibt jedoch auch einen klaren ökonomischen Vorteil für die Zielländer. So stützt z.B. irreguläre Einwanderung in Privathaushalte (Pflege, Kinderbetreuung etc.) das defizitäre Sozialsystem in diesen Bereichen. Vereinbarkeit von Familie und Beruf; Alterung der Gesellschaft und Pflege u.v.m. werden strukturell durch die Abgabe an billige, belastbare, flexible, ausbeutbare MigrantInnen gelöst. Dass genau dies nicht gesagt wird und nicht Teil der öffentlichen Debatte ist, ist Teil der Logik selbst.
    * zu push-pull-Faktoren: der zentrale Punkt „Arbeitskräftenachfrage“ als pull-Faktor wird einfach nicht erwähnt. Dies ist wirklich sehr problematisch; auch irregular aufhältige MigrantInnen können nur dann in einem Land überleben, wenn sie Anschluss an den Arbeitsmarkt haben (s. oben); Arbeitskräftenachfrage bezieht sich jedoch auch auf reguläre Migration, welche zwar in den öffentlichen Debatten sich auf „Fachkräfte“ spezialisiert (im Video als „Experten“ bezeichnet), betrachtet man aber den Arbeitsmarkt geht es nicht nur um Fachkräfte; durch die Lenkung der Debatte wird jedoch der Fokus von den schlechten Arbeitsbedingungen, Ausbeutungs- und Diskriminierungsmechanismen in anderen Bereichen gelenkt
    * „illegale“ Einwanderung – da hätte ich mir doch einen Hinweis auf die Problematik des Begriffs und die damit einhergehende Stigmatisierung gewünscht bzw. gleich die Verwendung von „irregulär“;
    * Generell fehlt ein transnationaler bzw. globaler Blick, was bereits in einem anderen Kommentar bzgl. der Migrationsgründe gesagt wurde -> die EU-Agrarpolitik mit der Mehrfachsubventionierung von Lebensmitteln (zuerst im Anbau und dann im Export) macht z.B. die Existenzgrundlage von Bauern und Bäuerinnen in Afrika mit kaputt; der Pflegenotstand wird heute transnational gelöst (s. oben), sprich: Migration kann und darf m.M. nicht als eine Bewegung von A nach B betrachtet werden, auch nicht lediglich als Bewegung einzelner Menschen….
    * Flucht und Migration wird zu sehr vermischt;
    * was ich bei den Statistiken zu Europa gut gefunden hätte, wäre ein Kuchen zur Einwanderung nach Österreich: dort sind die deutschen MigrantInnen die erste Einwanderungsgruppe vor TürkInnen, OsteuropäerInnen etc. (auch dort gibt es deutsche Vereine, Gruppen, Siedlungskonzentration in bestimmten Gebieten, Ressentiments etc.).

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