Iran – regionale Macht zwischen Drohgebärden und Selbstbewusstsein

Die vorherige WeltTrends-Ausgabe (1/2008) behandelte schwerpunktmäßig das Thema „Regionalmacht Iran“. Unsere zumeist rudimentären Landeskenntnisse und pauschalen Vorstellungen eines rückständigen Schurkenstaats werden dem heutigen Iran nicht gerecht, wie in den Beiträgen deutlich wird. Zudem führen Außenpolitiker die Debatte zur „Militärmacht Deutschland“ fort und es werden aktuelle Entwicklungen in Polen, Pakistan sowie im Völkerrecht behandelt.

Das WeltTrends Heft 58 diskutiert Iran als regionale Macht. Aufgrund seines Atomprogramms, der offensiven, zuweilen auch aggressiven Rhetorik seines Präsidenten sowie des enormen Rohstoffpotenzials wird dem Land ein Streben nach regionaler Dominanz unterstellt. Einige bezeichnen Iran als „Schurkenstaat“ und setzen ihn mit anderen vermeintlichen „Schurken“ in Verbindung.

Doch unsere Kenntnisse über die Islamische Republik und ihr Selbstverständnis sind gering. Vorstellungen einer rückständigen, traditionalistischen Gesellschaft stehen dem Bild eines nach Modernität und Integration in das internationale System strebenden Staates gegenüber. Iranische Außenpolitik lässt sich nicht auf den Faktor Erdöl reduzieren. Für ein besseres Verständnis dieses unberechenbar erscheinenden Akteurs ist es unabdingbar, die Einbindung Irans in regionale Beziehungsgeflechte, seine sicherheitspolitischen Bestrebungen sowie sein Stabilitätsinteresse zu beachten. Im Thema kommen unter anderem zu Wort: Johannes Reissner von der SWP, Berlin, Miriam Shabafrouz vom GIGA-Institut, Hamburg, Mehri Bahar von der Universität Teheran, sowie in einem Interview der langjährige Leiter des Deutschen Orient-Instituts, Professor Udo Steinbach.

Streitplatz: deutsche Außenpolitiker zur Militärmacht Deutschland

In diesem Heft diskutieren Außenpolitiker der Parteien des Bundestages zur „Militärmacht Deutschland“. Bisher reichen die Darstellungen der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik von „neowilhelminisch“ bis hin zu gefangen „im Banne friedenspolitischer Beschwörungsformeln“. In diesem Streitplatz kommen Jürgen Trittin, Karl A. Lamers und Rolf Mützenich zu Wort. Deutlich wird dabei das Credo, den neuen sicherheitspolitischen Herausforderungen präventiv, zivil sowie mit einem kooperativen Multilateralismus zu begegnen. Die Debatte wird im nächsten Heft fortgesetzt.

Polen auf der Suche

Erfüllt Donald Tusk nach der Kaczyński-Doppelherrschaft die Hoffnung auf entideologisierte Nüchternheit und berechenbares Regierungshandelns? Für Olaf Lang, SWP, bedeutet der Wahlausgang vor allem eins – die Chance, in einem politisch geteilten Land die zerstrittenen Lager zusammenzubringen.

Pakistan in der Krise

Sind die radikal-religiösen Parteien mit ihrer reaktionären Gesellschaftspolitik schuld am Zerfall Pakistans? Der Politologe Jochen Hippler, der sich in den letzten Monaten in Pakistan aufhielt, warnt vor zunehmender Stigmatisierung und Vereinfachung in der Berichterstattung und bietet eine differenzierte Analyse aus nächster Nähe.

Völkerrecht auf Abwegen

Wann ist ein Angriffskrieg legitim? Die ambivalente Diskussion um „humanitäre Interventionen“ hat das Völkerrecht im Kern unterhöhlt, der Kosovo-Krieg 1999 bedeutete den „Dammbruch“. Wenn man sich heute (wieder) auf das Völkerrecht zur Legitimation außenpolitischen Handelns beruft, so stellt sich für Sibylle Tönnies auch die Frage nach dem Verbot von Angriffskriegen neu.

Weiterhin finden Sie umfangreiche Buchbesprechungen, Neuerscheinungen zu internationaler Politik sowie Berichte über Tagungen und Konferenzen. Ergänzt wird unser Angebot um neue Rubriken wie beispielsweise das „Porträt“, dieses Mal zum ersten Außenminister der DDR, zum Alkoholgenuss im Iran in „Blattgold“ oder Morgenthaus Klassiker „Politics among Nations“ in der Rubrik „Wiedergelesen“.


Lesen Sie den WeltTrends-Beitrag von Jochen Hippler zum Thema: Pakistan in der Krise.


Aktuelles aus der WeltTrends-Redaktion:

Deutschland wird internationaler. Nicht nur die Menschen, sondern auch die Politik. Ab 2008 wird das außenpolitische Journal WeltTrends in neuem Gewand und zu neuem Preis zweimonatlich erscheinen. Die Zeitschrift für internationale Politik wird auf fachlicher Basis streitbarer und zeitnäher in die außenpolitische Debatte eingreifen.

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