Inhaltsvorausschau: Ressource Wasser – Wirtschaftsgut und Menschenrecht!

Der Kampf um Wasser wird härter. Das führt nicht immer zu „Wasserkriegen“, aber die internationalen Spannungen, die bis hin zu militärischen Drohungen reichen, nehmen beständig zu. Die Zeitschrift WeltTrends diskutiert im Schwerpunkt die politischen Fragen, die mit der strategischen Ressource Wasser verbunden sind. Im Forum werden aktuelle Themen wie Migration und die Grenzen der Europäischen Union behandelt. Eine Vorausschau der neuen Ausgabe von WeltTrends.

Der Kampf um Wasser wird jeden Tag geführt und er wird härter. Das muss nicht immer zu jenen „Wasserkriegen“ führen, die einige Politologen als „die“ Kriege des 21. Jahrhunderts prophezeiten. Der Zugang zu Wasser entscheidet über Lebenschancen sowie über politische und wirtschaftliche Macht. Die internationalen Spannungen, die von Vertragsverletzungen bis hin zu militärischen Drohungen reichen, nehmen beständig zu – im Nahen Osten, in Südamerika oder Zentralasien.

Wasser – Ware, Recht oder Konfliktherd?

Das Winterheft von WeltTrends diskutiert im Thema den schärfer werdenden Diskurs: Wasser ist Wirtschaftsgut, die Quelle von Wohlstand und – was heute immer mehr diskutiert wird – auch ein Menschenrecht. Zudem wird aufgezeigt, welche Schwierigkeiten und Möglichkeiten es gibt, Wasser als ein öffentliches Gut für alle zu gewährleisten.

Thomas Kluge und Ulrich Scheele, Arbeitsgruppe für Regionale Struktur- und Umweltforschung in Oldenburg, thematisieren die Regulierung von Ver- und Entsorgungsunternehmen sowie Systemalternativen. Elke Herrfahrdt-Pähle und Imme Scholz vom Deutschen Institut für Entwicklungspolitik in Berlin diskutieren die Effekte des Klimawandels für Afrika auf die armen Bevölkerungsschichten und die Armutsbekämpfung. Claudia von Braunmühl, Grüne Akademie der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin, behandelt die widerspruchsvollen Entwicklungen in Südamerika und Südafrika bei der Privatisierung von Wasserbetrieben. Ausgehend von der Frage, ob im 21. Jahrhundert die Kriege um Wasser geführt werden, diskutiert Ines Dombrowsky, welches Konflikt- und Kooperationspotenzial es an grenzüberschreitenden Flüssen gibt. Jenniver Sehring analysiert die multilateralen Wasserabkommen in Zentralasien, die zwar existieren, aber nicht eingehalten werden. Der Konflikt zwischen dem Recht auf eine Grundversorgung mit Wasser und den ökonomischen Zwängen im „Post“-Apartheid-Staat Südafrika beschäftigt Romin Khan.

Forum: Migration als Problem und/oder Lösung?

Uns allen sind die dramatischen Bilder von der Südgrenze der EU bewusst: erschöpfte Menschen, die an der spanische Küste anlanden; tote Afrikaner, die durch die europäische Küstenwache geborgen werden. Im Forum wird das Verhältnis von Migration, Wirtschaft und der Entwicklungspolitik in der EU behandelt. Die transnationale Migration sei „vom Problem zur Lösung“ geworden – so Thomas Faist. Zugleich stellt er fest, dass die Überweisungen der Migranten als „Entwicklungshilfe von unten“ den „aufstiegsorientierten mittleren Einkommensschichten“ zugute kommen und somit eher die soziale Ungleichheit verstärkt. Aram Ziai äußert Zweifel daran, ob durch transnationale Migration eine beiderseitige Gewinnsituation zwischen Herkunfts- und Zielländern entsteht: Die „selektive Öffnung“ der EU-Länder befriedigt zuallererst das Bedürfnis von Unternehmen nach billigen und flexiblen Arbeitskräften. Bemühungen, die Armut als wesentliche Migrationsursache zu senken, werden durch armutsverschärfende EU-Handelsabkommen zunichte gemacht.

Annette Groth zeigt schließlich demokratietheoretische Probleme auf, die durch die zunehmende Verselbstständigung der Entwicklungs- und Migrationspolitik auftreten. Daher könne nicht von einem „integrierten Ansatz“ europäischer Entwicklungspolitik die Rede sein. Dirk Vogelskamp, Mitbegründer der Forschungsgesellschaft Flucht und Migration, kommt zum Schluss: Die EU-Grenzen werden militarisiert. Dafür sei die Bekämpfung „illegaler Migration“ eine wesentliche Begründung.

Wie lässt sich der Wirtschaftsboom im Vietnam erklären? Die vietnamesische Autorin Nguyen Thi Phuong Hoa zeichnet ein detailliertes Bild des Bildungssystems ihres Landes und diskutiert dessen Bedeutung für das hohe Wirtschaftswachstum in dem südostasiatischen Staat. Wie steht es um das Verhältnis zwischen der NATO und Russland? Sven Singhofen, Universität Kiel, diskutiert verschiedene Bereiche dieser Beziehung und plädiert für eine „öffentlichkeitswirksame Entspannungspolitik“.

Weiterhin finden Sie umfangreiche Buchbesprechungen, Neuerscheinungen zu internationaler und vergleichender Politik sowie Berichte über Tagungen und Konferenzen.


Die Bildrechte liegen bei WeltTrends.


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