Berlinale 2007: Der Schlusstag

logo_Berlinale.gifDie 57. Internationalen Filmfestspiele sind vorbei. Während den letzten zehn Tagen bespielte die Berlinale knapp fünfzig Leinwände in der ganzen Stadt mit Filmen aus aller Welt. /e-politik.de/ war dabei. Der letzte Tag von Konrad Kögler

„Angel“ – ein schwächerer Ozon-Film

Francois Ozon ragt unter den zeitgenössischen Regisseuren heraus, weil keiner seiner Filme dem vorigen gleicht. Er variiert Themen und Genres meisterhaft und ist damit von vornherein einer der Top-Favoriten für den Goldenen Bären.

3709_0001_Thumb1.JPGLeider gelang ihm jedoch mit seinem jüngsten Werk „Angel“ kein großer Wurf. Die Geschichte über eine begabte Autorin namens Angel Deverell kommt nie so richtig in Fahrt. Was der Regisseur uns mit erhobenem Zeigefinger sagen will, nämlich „Hochmut kommt vor dem Fall!“, wird sehr schnell deutlich. Leider führte die filmische Abhandlung dieser These nur zu durchschnittlicher Filmkost.

Die /e-politik.de/-Kritik: Ein schlechter Ozon ist immer noch besser als vieles Andere, was auf der Berlinale oder in den Kinos läuft. Aber mit diesem Film hat er sich nicht für die Bärenverleihung qualifiziert – und ging dementsprechend leer aus.

„Kurzfilmwettbewerb Teil 2“ – Das Niveau steigt wieder

Nach den Enttäuschungen im ersten Teil des Kurzfilmwettbewerbs war im zweiten Teil dieser Reihe eine Steigerung zu erkennen. Aber selbst der niederländische Sieger-Kurzfilm von 2007, „Raak“ von Hanro Smitsman, kann es nicht mit den Preisträgern früherer Jahre aufnehmen. Der Kurzfilm ist nach dem Ausscheiden von Margret von Schiller aus dem Berlinale – Team offensichtlich in der Krise.

Die /e-politik.de/-Kritik: Viel Schatten, wenig Licht bei den Kurzfilmen!

„Lost in Beijing“ – Der Skandal aus der Volksrepublik China

5056_0001_Thumb1.jpgWas wäre die Berlinale ohne ihren jährlichen Skandal? Dieses Jahr schlug vor allem „Lost in Beijing“ der jungen Chinesin Li Yu hohe Wellen. Die Zensurbehörde der Volksrepublik China wollte den Film nur in einer gekürzten Version für das Festival freigeben, was ein tagelanges Hickhack zwischen den chinesischen Behörden, dem Filmteam und der Festivalleitung zur Folge hatte.

Das Ergebnis war, dass letztlich doch die vollständige 112 Minuten – Version gezeigt werden konnte.

Was bekamen die Zuschauer zu sehen? Einige Szenen, die in China als Tabubrüche angesehen wurden (Nacktaufnahmen, die Vergewaltigung einer Frau durch ihren Chef und triste Bilder des chinesischen Alltags, die nicht zur Propaganda der Staatsführung passen).

Diese Stellen nehmen aber letztlich nur einen geringen Raum im Film ein und sind logisch in die Handlung eingebunden, also nicht Provokation um der Provokation willen. Viel wichtiger ist, dass dieser Film tatsächlich eine durchdachte Geschichte zu erzählen hat: Die Regisseurin legte den Finger in die Wunde einer von Korruption und Gier nach schnellem Wachstum um einen sehr hohen Preis geprägten Gesellschaft, was sie in Form einer intelligent konstruierten Parabel erzählt.

Die /e-politik.de/-Kritik: Die Vorberichterstattung der Medien über diesen Film vermittelt einen zu verkürzten Eindruck. „Lost in Beijing“ ist ein durchaus interessanter Beitrag aus der Volksrepubklik China, der einiges zu sagen hat, worüber sich das Nachdenken lohnt. Deshalb wurde er vom Publikum auch mit viel Beifall bedacht. Bei der Preisvergabe der Bären ging er jedoch leer aus.

Die Preisträger 2007

0854_0001_Thumb1.jpgZur Jury-Entscheidung über den Goldenen Bären fällt mir nichts mehr ein. Das ist fast wie beim „Dinner for one“: „Same procedure as every year“. Wieder gewinnt ein Film, den kaum jemand auf der Rechnung hatte und der während des Festivalprogramms zu sehr ungünstigen Zeiten geradezu versteckt worden war: „Tuyas Ehe“ von Wang Quanan. Wer kann solche Entscheidungen nachvollziehen? Wahrscheinlich wird „Tuyas Ehe“, sobald der Rote Teppich eingerollt ist, genauso schnell in der Versenkung verschwinden, wie die Sieger von 2006 und von 2005 und von…


Die Berlinale 2007 bei /e-politik.de/:

Berlinale – Der Eröffnungstag

Berlinale – Der 2. Tag: 9.2.2007

Berlinale – Der 3. Tag: 10.2.2007

Berlinale – Der 4. Tag: 11.2.2007

Berlinale – Der 5. Tag: 12.2.2007

Berlinale – Der 6. Tag: 13.2.2007

Berlinale – Der 7. Tag: 14.2.2007

Berlinale – Der 8. Tag: 15.2.2007

Berlinale – Der 9. Tag: 16.2.2007

Berlinale – Der Schlusstag


Die Bildrechte liegen bei der Berlinale.

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