Betrifft: Greifswald

09. Dez 2005 | von Peter Eitel | Kategorie: Bildung

Von Januar 2006 an wird /e-politik.de/ eine neue redaktionelle Dependance eröffnen. In Greifswald. Stadt und Redaktion stellen sich vor. Von Peter Eitel

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Der Greifswalder Dom

Zugegeben – Ein pulsierendes politisches Zentrum sieht anders aus. Zugegeben – Greifswald kennt nicht jeder. Irgendwo am östlichen Ende Deutschlands gelegen, etwas über 60.000 Einwohner. Niemandsland. Doch der schale Schein trügt. Klosterruine Eldena und Die Kreidefelsen Rügens im Mondschein: Zwei berühmte Gemälde von Caspar David Friedrich. Er lebte und arbeitete in Greifswald. Wolfgang Koeppen und Hans Fallada nannten Greifswald ihre Heimat. Die Universität, benannt nach dem umstrittenen Dichter Namen Ernst-Moritz Arndt, zählt zu den ältesten deutschen Hochschulen. 2006 wird sie 550 Jahre alt. Interessantes Detail: Sie ist die älteste Uni Schwedens. Genug Geschichte.

Leuchtturm Mecklenburg-Vorpommerns

In jüngster Zeit schaffte es Greifswald in die nationalen Medien. Die Raffinerie der umstrittenen Gaspipeline zwischen Russland und Deutschland wird hier errichtet. Für die lokale Wirtschaft ein Hoffnungsschimmer. Denn auch wenn Greifswald als Universitätsstadt mit über 11 000 Studenten ein Leuchtturm in Mecklenburg-Vorpommern ist, liegen die Arbeitslosenzahlen weit über dem Bundesdurchschnitt – und abseits der restaurierten Altstadt herrscht der Charme von Plattenbauten. Greifswald findet sich also inmitten des innerdeutschen Transformationsprozesses wieder. Die Greifswalder Redaktion versteht genau diesen Prozess als einen Themenschwerpunkt. Zu selten werden die ländlichen Probleme der Wiedervereinigung beleuchtet, im Zentrum des medialen Interesses stehen die Großstädte wie Berlin, Dresden und Leipzig. A propos Zentren. Seiner geographischen Lage nach ist Greifswald Mittelpunkt der Europäischen Union. Sowohl die Neumitglieder Mittelosteuropas als auch die skandinavischen Staaten sind zum Greifen nahe. Logisch, das sich die Universität Greifswald diesen Gebieten wissenschaftlich nähert. Die Angleichung ehemals kommunistisch regierter Länder an Kapitalismus und Demokratie ist ein Prozess, der auch die eigene (politische) Kultur hinterfragt.

Kurze Wege das Plus der neuen Redaktion

Die Redaktion von /e-politik.de/ in Greifswald möchte sich daran an vorderster Linie beteiligen. Die Hanse- und Universitätsstadt Greifswald ist, verglichen mit Städten wie Berlin, München und Leipzig klein. 11 000 Studenten sind nicht viel. Doch für eine redaktionelle Arbeit bietet gerade dies große Vorteile. Geballtes Wissen bei kurzen Wegen. Denn Greifswald ist die Uni, die Uni ist Greifswald. /e-politik.de/ wird diesen Pluspunkt nutzen. Eine interdisziplinäre Redaktion soll die oben genannten Schwerpunkte aus verschiedenen Blickwinkeln ausleuchten, um eine möglichst differenziertes Bild der Realität zeichnen zu können. Ab Januar muss sich das Greifswalder Team an dieser Maxime messen lassen.


Die Bildrechte liegen bei Volker Schrader.


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